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Auszeichnung

Turner-Preis geht an alle Nominierten

Spontan schließen sich die Künstler zu einem Kollektiv zusammen. Die Jury zeichnet alle vier aus.

05.12.2019

Von DPA

Die Gewinner (v. li.): Tai Shani, Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock und Oscar Murillo. Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Margate. Die diesjährige Vergabe des Turner-Preises für moderne Kunst hat für Furore gesorgt: Erstmals wurde der wichtigste britische Preis für moderne Kunst an alle vier nominierten Künstler vergeben. Ausgezeichnet wurden Helen Cammock, Tai Shani, Lawrence Abu Hamdan und Oscar Murillo.

Die zwei Frauen und zwei Männer hatten die Jury in einem Brief darum gebeten, den Preis teilen zu dürfen, als Statement der „Gemeinsamkeit, Vielfalt und Solidarität in einer Zeit der politischen Krise“. Sie wollten damit nach eigenen Angaben ein Zeichen setzen „in einer Ära, die vom Aufstieg der Rechten und von der Erneuerung des Faschismus geprägt“ sei. Ihr Werk sei „inkompatibel mit dem Wettbewerb-Format, dessen Tendenz es sei, zu spalten und zu individualisieren“, verlas Cammock eine gemeinsame Erklärung. Die Britin war für einen Film über die Rolle von Frauen zu Beginn des Nordirland-Konflikts nominiert.

Mit ihrer Bitte hätten die Nominierten der Jury eine Menge zu denken gegeben, sagte deren Vorsitzender und Direktor der Tate Britain, Alex Farquharson, bei der Verleihung am Dienstag im englischen Margate. Als Favorit hatte der kolumbianisch-britische Künstler Oscar Murillo gegolten mit seiner Installation von lebensgroßen menschlichen Figuren, die wie eine Kirchengemeinde vor einem teils verhangenen Fenster mit Ausblick auf das Meer auf Bänken gruppiert sind.

Der im Libanon lebende Lawrence Abu Hamdan hatte mit Soundeffekten die Erinnerungen ehemaliger Häftlinge an die Geräusche in einem syrischen Foltergefängnis auf verschiedene Weise verarbeitet. Und die britische Künstlerin Tai Shani schuf mit ihrer Installation eine in grellen Farben gestaltete feministische Fantasiewelt.

Der Turner-Preis ist die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Er ist nach dem Maler William Turner (1775-1851) benannt und ist mit insgesamt 40 000 Pfund (knapp 47 000 Euro) dotiert. Christoph Meyer

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Erstellt:
5. Dezember 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Dezember 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2019, 06:00 Uhr

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