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UN-Vermittler hofft auf neue Verhandlungen in Genf
Der UN-Beauftragte Staffan de Mistura (links) und der Unterhändler der Opposition, Mohammed Allusch. Foto: dpa
Syrien

UN-Vermittler hofft auf neue Verhandlungen in Genf

Die zweitägigen Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana haben frostig begonnen. Dennoch gibt es Chancen auf eine Wiederbelebung des Friedensprozesses.

24.01.2017
  • MARTIN GEHLEN

Astana. In frostiger Atmosphäre hat die zweitägige Syrienkonferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana begonnen, die unter der Regie von Russland, der Türkei und dem Iran steht.

Der Chef der syrischen Regierungsdelegation, UN-Botschafter Baschar al-Dschafari, machte erneut deutlich, dass er die Aufständischen allesamt für Terroristen hält, mit denen man keine Gespräche führen sollte. Rebellenführer Mohammed Allusch warf der syrischen Armee und der Hisbollah vor, die Feuerpause immer wieder zu brechen und nannte Assads Herrschaft einen Terrorstaat. „Wir wollen Frieden, sind aber auch bereit weiterzukämpfen“, erklärte er. In Astana gehe es seiner Seite vor allem darum, den Waffenstillstand zu festigen, die Gefangenen freizubekommen und die Lieferung von Hilfsgütern in die vom Regime belagerten Hungerenklaven zu erreichen. Sein Sprecher Jehja al-Aridi bekräftigte, „wenn das syrische Regime unsere Anwesenheit in Astana als Kapitulation auffasst, dann hat es sich getäuscht“.

Mahnung zum Auftakt

Zum Auftakt hatte Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew in einer von seinem Außenminister verlesenen Ansprache betont, der syrische Konflikt könne nur durch Verhandlungen gelöst werden. „Die momentane Situation in Syrien beschäftigt die gesamte Welt“, sagte er. Das Blutvergießen, der nun seit fast sechs Jahren andauere, habe „nichts gebracht außer Elend und Leid für das heilige Land, in dem verschiedene Zivilisationen und Kulturen zusammenlebten“.

Während der Rede saßen sich die Vertreter des Regimes und der Rebellen erstmals an einem großen Tisch gegenüber. Anschließend jedoch weigerten sich die Aufständischen, mit den Diplomaten aus Damaskus zu sprechen. Bei den Friedensgesprächen in Genf dagegen saßen beide Seiten stets in getrennten Räumen und verhandelten über Vermittler miteinander. Der Chef der russischen Delegation, Wladimir Putins Sonderbeauftragter für Syrien, Alexander Lawrentiew, beschwor die beiden Kriegsparteien, sich nicht auf die Differenzen, sondern auf die „Themen von gemeinsamem Interesse“ zu konzentrieren.

Neben den Aufständischen und dem Regime sind in Astana auch Russland, der Iran und die Türkei mit eigenen Delegationen vertreten. Die syrischen Kurden wurden auf Druck der Türkei nicht eingeladen. Auch Saudi-Arabien und Katar, die als die wichtigsten regionalen Alliierten der Rebellen gelten, waren unerwünscht. Von Seiten der Vereinten Nationen reiste Syrien-Vermittler Staffan de Mistura an. Der Diplomat hofft, den seit April 2016 unterbrochenen Genfer Friedensprozess wiederbeleben zu können: „Die Gespräche in Astana könnten das Ende der Kämpfe besiegeln – und das ist genau das, worauf die syrische Bevölkerung wartet.“ Martin Gehlen

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24.01.2017, 06:00 Uhr

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