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Ein Andrang wie noch nie

Über 130 Menschen bei der Weihnachtsfeier der AWO im Café Nepomuk

Seit über 20 Jahren bietet die Reutlinger Arbeiterwohlfahrt (AWO) eine Weihnachtsfeier für Menschen in Wohnungsnot an. Über 130 Leute haben dieses Angebot am Mittwoch im Café Nepomuk wieder sehr dankbar angenommen.

26.12.2014
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Seit fünf Jahren darf die Arbeiterwohlfahrt die Räumlichkeiten des Café Nepomuk kostenlos für ihre Weihnachtsfeier nutzen, an diesem Heiligabend hängt das erste Mal zeitweise das Schild „Wegen Überfüllung geschlossen“ an der Eingangstür. Rita Wilde, die Organisatorin der Feier, hat deshalb ein zwiespältiges Gefühl. „Einerseits ist es schön, dass die Feier so beliebt ist. Andrerseits zeigt es aber auch, dass immer mehr Menschen in Armut leben“, sagt sie, während im Saal „Oh Tannenbaum“ erklingt.

Für 120 Gäste hatten die gut 20 Helfer eingedeckt, mehr als 130 Essen wurden ausgegeben. Unter den Mitarbeitern, die bedienen, ist auch der 19-jährige Marian Saur aus Nehren. Als Schüler der Gomaringer Sibylla-Merian-Realschule hatte er früher vor Lebensmittelläden bei Kunden um Spenden gebeten – und ist von dieser Aktion so beeindruckt, dass er dabeigeblieben ist und seit 2008 mithilft.

„Unter dem Jahr werden so wenige Möglichkeiten wahrgenommen, etwas Gutes zu tun, deshalb bin ich an Weihnachten hier. Die Stimmung ist immer so gut, die Leute kommen von überall her um zu feiern“, sagt der junge Mann. Seine Schule sowie die Sickenhäuser Silcherschule sammeln nach wie vor Lebensmittel für die Care-Pakete, die es bei der Bescherung am Ende der Feier gibt.

Zum Essen gibt es wie jedes Jahr gemischten Braten, Knödel und Rotkraut von einem Caterer. „Das hier ist aber weit mehr als nur eine Verpflegung“, erklärt AWO-Geschäftsführerin Gisela Steinhilber und verweist auf die innige Stimmung im Raum. Gekommen sind Alleinstehende aus der Wohnungslosen-Szene oder Leute, die keine Familie haben. Immer häufiger finden sich auch bedürftige Familien mit Kindern ein, registriert Helmut Eckert, der Vorsitzende der Reutlinger AWO. „Das ist deren Weihnachtsfeier. Für sie ist das Fest ganz wichtig, viele bedanken sich zum Abschied auch bei uns“, sagt Steinhilber.

Das Fest lebe davon, dass sich viele Leute zur Unterstützung mit Geld, Zeit und Auftritten einbringen. So spielen während der Feier Musikgruppen irische oder klassische Musik, Pfarrer Jürgen Quack hält die Ansprache. Für die AWO-Geschäftsführerin ist immer wieder erfreulich, wie dankbar die knapp fünf Stunden angenommen werden: „Obwohl so viele Leute kommen, behält die Weihnachtsfeier ihren familiären Charakter.“ Und das seit über 20 Jahren.

Über 130 Menschen bei der Weihnachtsfeier der AWO im Café Nepomuk
Zur Weihnachtsfeier der Arbeiter-Wohlfahrt kommen auch immer mehr Familien mit Kindern.Bild: Haas

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26.12.2014, 12:00 Uhr

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