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Schabernack mit Masken

Über 2500 Hästräger liefen beim Dettenhäuser Fasnetsumzug mit

Früher als in den meisten anderen Orten der Region beginnt die fünfte Jahreszeit in Dettenhausen. Beim achten Dettenhäuser Fasnetsumzug liefen gestern insgesamt 83 Narrenzünfte und Fasnetsgruppen mit.

11.01.2015
  • Miri watson

Dettenhausen. Die archaischen Schreie der Narrenzünfte gellten durch die Straßen Dettenhausens; unheimlich gewandete Hästräger schleiften Ketten aus Knochen und Totenköpfen hinter sich her. Bonbons flogen durch die Luft, Blaskapellen spielten „Griechischer Wein“ und „Rivers of Babylon“ und Hexen formierten sich zu Pyramiden. Nachdem das letzte große Fasnetswochenende inDettenhausen schon zwei Jahre her war, hat die Fasnet hier am Wochenende wieder begonnen. Über 2500 Hästräger waren der Einladung der Freien Narren Dettenhausen gefolgt, um den Zuschauern und den anderen Narren der Kälte zum Trotz einzuheizen.

Der 22-jährige Marcel Brumofsky macht in diesem Jahr schon zum zehnten Mal die Fasnet als Hästräger mit: „Der Umzug in Dettenhausen ist klasse, es war viel los und das Publikum hat gut mitgemacht“, sagte er. Sein Kollege von den Aidlenger Stoadeifln, Yannic Kriegler, war erst zum zweiten Mal dabei. „Wir sind eine starke Truppe und es ist toll, gemeinsam die Leute zu bespaßen“, so Kriegler.

Der Stoadeifl – Steinteufel – trägt seinen Namen, weil die Gegend um Aidlingen bekannt dafür ist, viele Steine in den Äckern liegen zu haben, die von den armen Bauern früherer Zeiten mühsam weggeschleppt werden mussten. Diese Bauern wünschten die Steine in der Folge zum Teufel. Das veranlasste den Fasnetsverein bei seiner Gründung 1998, eben jenen Teufel darzustellen.

Von den Gastgebern des Umzugs, den Freien Narren Dettenhausen, werden zwei Figuren dargestellt: Der Ranzabuffer, ein Unhold und ehemaliger Jäger, der als Geist im Schönbuch sein Unwesen treibt, und das Gerschdakend, das den Necknamen der Dettenhäusener symbolisiert: Angeblich soll um Dettenhausen herum mehr Gerste angebaut worden sein als in den umliegenden Dörfern. Um möglichst viel des Getreides zu sammeln, wurden Kinder aufs Feld geschickt, die jedes einzelne Korn auflesen sollten. Am Stuttgarter Hof hatten die Bewohner Dettenhausens deswegen schnell den Ruf als „Gerschdakender“ weg. Daher kommt auch der Name des anderen Dettenhäuser Fasnetsvereins, den Gerstenhexen.

Dietmar Friedle, der 1993 die Gerstenhexen mitgründete, war zufrieden mit dem Umzug, auch wenn er schätzte, dass weniger Zuschauer da waren als zwei Jahre zuvor. „Das Beste an der Fasnet sind immer die Umzüge“, sagte Friedle.

So sieht das auch Joachim Kaiser von der Narrenzunft Kusterdingen: „Mit der Maske Schabernack zu machen und die Leute zu erfreuen“, sei die größte Freude an der fünften Jahreszeit. Seit 1999 gibt es die Kusterdinger Narren, die gleich drei Gruppen darstellen: Die Rufabach-Hexen, die Raba-Gautscher und die Riaba-Moschter. Den Umzug in Dettenhausen fanden die Kusterdinger schön und gut organisiert, auch wenn es anfänglich recht kalt und stürmisch war. „Das Austreiben des Winters ist aber ja auch der eigentliche Zweck der Fasnet“, lachte Kaiser, „Deswegen die urigen Schreie“.

Über 2500 Hästräger liefen beim Dettenhäuser Fasnetsumzug mit
Urige Schreie gegen die Winterkälte: Mit Perücke, Pelzkragen und Handschuhen war diese Närrin gut ausgerüstet für den Fasnetsumzug in Dettenhausen.

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11.01.2015, 12:00 Uhr

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