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Kein Bordell in Deadwood

Über 500 Besucher beim 1. Westerntreff des Talheimer Schützenvereins Tell

Ein Bordell wie in den Zeiten des Wilden Westens gab es überm Steinachtal am Wochenende beim 1. Westerntreff der „Tell“-Schützen zwar nicht – was noch nicht ist, kann ja noch werden… Über 500 Gäste aus dem gesamten Südwesten waren ins Steinachtal gekommen, um dort ein gemeinsames „Cowboy- und Western-Wochenende“ zu verbringen. Geschossen wurde natürlich auch – und wie! Eine Fortsetzung scheint möglich.

05.10.2015

Von Willy Bernhardt

Talheim. Der Talheimer Schützenverein „Tell? ist unter seiner Chefin Kornelia Pfeffer kein geringes Risiko mit der Organisation des ersten Westerntreffs eingegangen, doch es dürfte sich am Ende der drei Tage gelohnt haben. Die dortigen Cowboys aus den Schützenvereins-Reihen, Rainer Woske („Quickly?), Enrico Doering („East Gun?), Thorsten Kieninger (Lucky Jack?) und vor allem Kai Federenko („Woodpecker?), hatten mit ihrem Team ganze Arbeit geleistet und vor allem auch beim Schießen für die vorgegebene und erforderliche Sicherheit gesorgt.

Um ihre Schießbahn auf den neuestens Stand der Anforderungen einzustellen um die technischen Abnahme zu bestehen, wurden um die 10 000 Euro vom Verein investiert, wie „Bademeister? Hans Weber erklärte.

Campen, Exerzieren und natürlich Schießen standen das ganze Wochenende über im Fokus, und alles war auf „Western? getrimmt. Vor allem vom jeweiligen Outfit her. Kaum ein Talheimer unter den Besuchern, der keinen Cowboyhut zu Markte trug; und Kinder hatten tief in ihren Fasnetskisten gekramt, um ein Cowboy- oder Indianer-Häs daraus hervorzukramen. An Ständen war alles zu haben, was sich für einen echten Cowboy so gehört. Dabei muss angemerkt werden, dass das „Westernschießen? (international: „Cowboy Action Shooting?) sowohl ein dynamischer Schießsport wie auch gleichzeitig „Living Historie? (lebende Vergangenheit) darstellt, wie es die Ausrichter sagen. Es wird im historischen Outfit aus der Hochzeit der Cowboys im späten 19. Jahrhundert geschossen. Jeder Teilnehmer muss in einem vorgeschriebenen Ablauf Ziele in einem Parcours (Stage) auf Zeit beschießen. Werden die Ziele verfehlt oder in einer falschen Reihenfolge beschossen, erhält der Schütze eine Zeitstrafe, die zum Ergebnis addiert wird. Am Ende gewinnt derjenige, der die wenigsten Platzpunkte gesammelt hat. Geschossen wird dabei in der Regel auf Stahlziele, die entweder als Klappfallziele durch Umfallen oder als stehende Ziele (sogenannte „Gongs?) durch ein lautes „Pling? den Treffer anzeigen. Ringzahlen oder Trefferzonen wie in anderen Schießdisziplinen gibt es beim „CAS? (Cowboy Action Shooting) nicht.

„East Gun?, „Quickly?, „Lucky Jack? und nicht zuletzt der „Woodpecker? aus den Talheimer Tell-Reihen verweisen ausdrücklich darauf, dass die jeweiligen Waffen, die Ausrüstung und das sonstige Outfit der jeweiligen Zeitepoche in der Western-Geschichte entsprechen müssten und dass die Schützen organistorisch dem „Bund Deutscher Sportschützen? angegliedert sind. Auch die Bedeutung des Namens „Deadwood? in Talheim erläutern sie. Demnach strömten im heutigen South-Dakota in den USA Goldschürfer, Abenteurer, Spieler und Händler 1876 zu Hunderten in die dortigen „Black Hills?. Aus dem illegalen Camp in einem Reservat der Sioux-Indianer wuchs binnen weniger Monate der Cowboy-Ort „Deadwood? heran. Ein Ort ohne Sheriff, ohne Bürgermeister sowie ohne Recht und Ordnung. Daran fühlte man sich in Talheim bei der Namensnennung des Schützenverein-Areals auch erinnert. Ein Gang über das Areal macht dies deutlich. Etwa am Beispiel des „Saloons No. 10?.

Dass sich der Radolfzeller Cowboy-Freak Axel im Badezuber mit aufgesetzten Cowboyhut wohl fühlte, hatte er auch dem Talheimer „Bademeister? Hans Weber zu verdanken. Der war im Vorfeld nicht nur in Sachen Sponsoring überaus aktiv, sondern sorgte auch dafür, dass das Feuer unter der Badewanne von Axel stimmte. Westernfreund Karl Doering war eigens aus Sachsen angereist und bezeichnete sich selbst noch als „Greenhorn?. Und „Sergeant Mic? von der „4. Washington Artellerie-Company? aus New Orleans, der eigentlich aus St. Peter bei Freiburg stammt, hielt mit seinen Jungs die Farben der US-Südstaaten hoch. Er hatte noch Grundsätzliches zu sagen: „Uns wird oft nachgesagt, wir würden die Sklaverei verherrlichen. Was wir machen, hat nichts mit Ideologie zu tun und wir sind schon gar keine Rassisten. Ich leben hier im Süden und das ist es wohl, was letztlich ausschlaggebend ist.?

Siehe auch die Bilderseite.

Das mit 39 Grad wohltemperierte Bad genoss Cowboy-Freak Axel. Bild: Kuball

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Erstellt:
5. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2015, 12:00 Uhr

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