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Verkehr

Über die Grenze im Halb-Stunden-Takt

Das Land will die Zuganbindungen nach Straßburg und Mulhouse verbessern. Von 2024 an sollen neue Fahrpläne gelten.

25.05.2019

Von JANA ZAHNER

Will mehr Züge von und nach Frankreich: Winfried Hermann. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Stuttgart. Eine Stunde und zwanzig Minuten. Vergleichsweise schnell fährt es sich mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV von Stuttgart nach Straßburg, dem Verwaltungssitz der französischen Region Grand Est („Großer Osten“).

Nun soll der Schienenpersonennahverkehr zwischen Baden und der französischen Grenzregion verbessert werden. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und David Valence, Vizepräsident der Region Grand Est, haben dazu am Freitag eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Dabei geht es um die Verbindungen zwischen Karlsruhe, Wörth über Lauterbourg nach Straßburg, die Strecke von Offenburg über Kehl nach Straßburg, sowie den Nahverkehr zwischen Mulhouse und Mühlheim. Vom Dezember 2024 an sollen die Züge zwischen Straßburg und Offenburg im Halb-Stunden-Takt fahren. Zwischen Mühlheim und Mulhouse stündlich, statt wie bisher alle zwei Stunden.

Auf Basis der Absichtserklärung wird dieses Jahr eine europaweite Ausschreibung für ein grenzüberschreitendes Schienenpersonennahverkehrsnetz erfolgen. Die 30 zur Anschaffung geplanten Fahrzeuge sollen sowohl auf deutscher als auch französischer Seite fahren können.

Eine ähnliche Resolution hat Grand Est bereits mit den angrenzenden Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz geschlossen. Die Fahrzeuge werden Grand Est und die drei Bundesländer gemeinsam finanzieren. Die Entwicklungs- und Zulassungskosten für Baden-Württemberg werden voraussichtlich 5,7 Millionen Euro betragen. Zu den erwarteten 282 Millionen Kaufpreis für die Züge will das Land 12 Prozent beisteuern, gibt ein Verkehrsministeriumssprecher bekannt.

Außerdem will sich Hermann bei der Bundesregierung weiter für die Reaktivierung der Strecke zwischen Freiburg und Colmar stark machen. Die dafür nötige Rheinbrücke bei Breisach war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und soll neu gebaut werden.

Das Projekt ist zwar im Anfang 2019 geschlossenen Vertrag von Aachen zwischen Deutschland und Frankreich enthalten, doch es gibt Streit um die Finanzierung. „Jeder will es, keiner will bezahlen. Das wollen wir ändern“, versprach Hermann.

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Erstellt:
25. Mai 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. Mai 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2019, 06:00 Uhr

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