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Dreißig Jahre nach Bhopal

Überlebende des Gasunglücks leiden und warten auf Entschädigung

Jeden Monat veröffentlicht das TAGBLATT die Bitte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International um Unterstützung für dringende Fälle von Gefangenschaft, Folter und Verfolgung in aller Welt.

31.12.2014

Tübingen. Am 3. Dezember 1984 traten aus einer Pestizidfabrik im indischen Bhopal mehrere Tonnen giftiger Stoffe aus. Das Gasunglück tötete innerhalb von drei Tagen zwischen 7000 und 10.000 Menschen. Viele Überlebende leiden auch heute noch unter schweren gesundheitlichen Beschwerden, besonders Frauen sind betroffen. Die Verunreinigung durch Giftmüll auf dem verlassenen Fabrikgelände stellt zudem nach wie vor eine ernste Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, die in der Nähe wohnen.

Die Überlebende Rampyari Bai und die jugendliche Aktivistin Safreen Khan haben die Folgen der Katastrophe aus erster Hand erfahren. Die Schwiegertochter von Rampyari Bai war zum Zeitpunkt des Unglücks im siebten Monat schwanger. In der Nacht der Gaskatastrophe setzten bei ihr plötzlich die Wehen ein. Mutter und Kind starben noch im Krankenhaus. Rampyari Bai selbst kämpft seit langem mit Krebs.

Safreen Khans Vater leidet infolge des Unglücks an einer schweren Herzkrankheit, ihre Mutter an einer Augenerkrankung. Ihren Angaben zufolge kommen viele Kinder mit Behinderungen oder Fehlbildungen zur Welt. Viele der dort lebenden Menschen sind überzeugt, dass ihre gesundheitlichen Probleme noch dadurch verstärkt werden, dass sie gezwungen sind, verunreinigtes Wasser zu trinken.

Auch 30 Jahre nach der Katastrophe kämpfen die Menschen von Bhopal noch um Gerechtigkeit. Die Überlebenden haben bisher keine angemessene Entschädigung erhalten, und viele von ihnen leben nun in bitterer Armut. Die Verunreinigungen auf dem Gelände sind immer noch nicht beseitigt, und die verantwortlichen Konzerne sind nicht zur Verantwortung gezogen worden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den indischen Premierminister und bitten Sie ihn dringend, die Verunreinigungen auf dem Fabrikgelände zu beseitigen. Appellieren Sie außerdem an ihn, dafür zu sorgen, dass die für das Unglück und die Umweltfolgen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch an: Narendra Modi, Prime Minister’s Office, South Block, Raisina Hill, New Delhi-110011, Indien.

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Indien, S. E. Herrn Vijay Keshav Goghale, Tiergartenstraße 17, 10785 Berlin (E-Mail: dcm@indianembassy.de).

Info: Ein Briefaufruf findet sich im Internet unter der Adresse http://www.ai-tuebingen.de - „Appellbriefe“. Wer als regelmäßige/r Briefschreiber/in in den Verteiler der Amnesty-Gruppe aufgenommen werden will, kann sich bei Amnesty International, Postfach 1124, 72001 Tübingen, melden. Er oder sie erhält dann monatlich drei zur Unterschrift fertig formulierte Briefe.

Überlebende des Gasunglücks leiden und warten auf Entschädigung
Nachkommen von Überlebenden des Bhopal-Unglücks. Bild: Amnesty

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31.12.2014, 12:00 Uhr

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