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Genf

Überlebende schildern Unglück im Mittelmeer

Das UN-Flüchtlingshilfswerk beteiligt sich nicht an Spekulationen. Eine neue Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer hält es für sehr wahrscheinlich.

21.04.2016
  • JAN DIRK HERBERMANN

Genf. Die schreckliche Nachricht hatte sich am Montag rasch verbreitet: Möglicherweise seien bei einer weiteren Tragödie im Mittelmeer hunderte Menschen gestorben. Nur: Die Nachricht ließ sich nicht offiziell bestätigen, es blieb bei Spekulationen. Nun hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR ein Stück zur Erhärtung der Nachricht beigetragen: Es berichtet von einem möglichen schweren Flüchtlings-Unglück im Mittelmeer. Falls sich die Schilderungen von überlebenden Flüchtlingen bestätigen ließen, könnten rund 500 Menschen gestorben sein.

In der knappen Mitteilung heißt es dann, es könnte "eine der schlimmsten Tragödien mit Flüchtlingen und Migranten in den vergangenen zwölf Monaten" gewesen sein. Das UNHCR zeichnet sich in der Regel durch eine akkurate Informationspolitik aus - im Zweifel verzichtet es auf Stellungnahmen.

Den Berichten der Überlebenden zufolge soll ein großes Schiff mit Flüchtlingen an einer nicht bekannten Stelle zwischen Libyen und Italien gesunken sein. Bei den Überlebenden handelt es sich laut UNHCR um 37 Männer, drei Frauen und ein drei Jahre altes Kind. Sie stammen den Angaben nach aus Somalia, Äthiopien, Ägypten und dem Sudan.

Die Überlebenden hätten dem UNHCR berichtet, sie seien vergangene Woche auf einem 30 Meter langen Schlepper-Boot mit 100 bis 200 Menschen in der Nähe von Tobruk, Libyen, in Richtung Europa aufgebrochen. Auf hoher See hätten die Schmuggler versucht, die Passagiere auf ein größeres, völlig überladenes Schiff mit hunderten Passagieren zu verladen. Dabei sei das größere Schiff gekentert. Ein Handelsschiff habe die Überlebenden später gerettet und nach Griechenland gebracht, wo sie von einem UNHCR-Team befragt wurden.

Die Nachricht über eine mögliche neue Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer kam am Montag auf. Rund 400 Migranten seien betroffen, berichtete etwa die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Berichte widersprachen sich allerdings teilweise und blieben vage.

Nach Angaben der Internationale Organisation für Migration IOM starben von Anfang Januar bis zum 17. April 737 Flüchtlinge bei der Passage über das Mittelmeer.

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21.04.2016, 06:00 Uhr

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