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Überwältigende Hilfe für die Wendelsheimer Brandopfer
Sonja Breitenbach, Elfriede Bauer (von links) und das Ehepaar Rainer und Rita Jaschke (ganz rechts) im Wendelsheimer Rathaus. Bild: Bauknecht
Spenden

Überwältigende Hilfe für die Wendelsheimer Brandopfer

20 000 Euro sind in den vergangenen zwei Wochen zusammengekommen. Gemeinde, Kirche und Firmen engagieren sich.

16.03.2018
  • Werner Bauknecht

„Man kann sich kaum vorstellen, was für ein Gefühl das sein muss, wenn man alles verloren hat“, sagte Ortsvorsteher Joachim Maul am Mittwoch, als die Opfer des Wendelsheimer Wohnhausbrandes vom 27. Februar im Rathaus die zweite Großspende über 10 000 Euro entgegennahmen. Bereits eine Woche zuvor hatten sie denselben Betrag bekommen.

Die Geladenen waren Rainer und Rita Jaschke mit den Kindern Daniel und Sofie, die Lehrerin Sonja Breitenbach und die Vorbesitzerin des abgebrannten Gebäudes Elfriede Bauer, begleitet von Tochter Elke. Bei ihrer Familie kam Bauer unter. Bauer hatte das Haus im Ortskern erst vor zwei Jahren verkauft. Die Käufer, ein älteres Ehepaar, sahen sich nicht in der Lage, am Mittwoch zu kommen. Sie wohnen derzeit in einer Ferienwohnung in Rottenburg. Die jeweils 10000 Euro wurden so aufgeteilt, dass Familie Jaschke 5000 Euro erhielt. Das ältere Ehepaar bekam 2500 und Breitenbach und Bauer erhielten je 1250 Euro. Hinzu kamen etliche Sachspenden. Das Rottenburger Schuhgeschäft Ulmer gab 100 Euro pro Geschädigte/r zum Schuhkauf, das Unternehmen Kumpf Moden stattete die Opfer mit Unterwäsche aus. Auf dem Rathaus warteten weitere Kleiderspenden. „Kastaniengruppe“ nennen sich die Spielkameraden der beiden Jaschke-Kinder, die sich zum „Verstecki-Spielen“ immer bei dem Kastanienbaum im Ort trafen. Marilen, Jaron, Emilie und Teresa sammelten auf eigene Faust 100 Euro und übergaben sie den beiden Freunden mit vielen Umarmungen. Auch die Kreissparkasse Tübingen sammelte unter den Mitarbeitern.

Maul erinnerte an die Brandnacht und das Ausmaß des Unglücks. „Wenn man die Flammen gesehen hat, dachte man nicht, dass es alle schaffen“, sagte er. Zum Glück seien alle lebend aus dem Brandhaus heraus gekommen. Den Betroffenen sind die Nachwirkungen des Erlebten immer noch anzumerken. Familie Jaschke wohnt, nach drei Umzügen, in einer Wohnung, die von der Kirche gestellt wird. Dort können sie sechs Monate bleiben. „Jetzt haben wir Zeit“, sagte Rainer Jaschke, „uns nach etwas Dauerhaftem umzusehen.“ Die Tochter der Vorbesitzerin sagte: „Das Haus ist gestorben, nicht nur abgebrannt.“ Es sei ein offenes Haus gewesen, in dem sich Menschen begegneten. „Viele trauern jetzt mit uns“. Es sei schön zu sehen, welche Wertschätzung ihre Mutter noch zu Lebzeiten erfährt.

Für Sofies Erstkommunion kümmert sich die Pfarrgemeinde ums Catering. Die Gemeinde stellt den Bürgersaal bereit. Rainer Jaschke, aber auch die anderen Brandopfer, waren gerührt und überrascht von der überwältigenden Unterstützung durch Wendelsheimer Bürger und Menschen aus der Umgebung. Das Spendenkonto bleibt noch offen: IBAN: DE45 6415 0020 0004 1693 63.

Brand in Wendelsheim

In Wendelsheim brannte ein Fachwerkhaus komplett aus. Vier Bewohner und eine Nachbarin wurden verletzt.

© Video: Franke / Schweizer 01:44 min

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16.03.2018, 01:00 Uhr

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