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Kein Getränk für Oettinger

Üble Tradition

EU-Kommissar Günther Oettinger bekam im Boulanger nichts zu trinken.

07.07.2015

Das Lokalverbot für Oettinger wegen seiner Gruppenzugehörigkeit zu einer farbentragenden Verbindung findet in Tübingen sicher mehr Zuspruch als das Lokalverbot für Schwarze in einer Reutlinger Disco. Intolerant ist beides. Und beides steht in einer üblen Tradition.

Nach den bisherigen Gerichtsurteilen in ähnlichen Fällen steht Oettinger nun ein Schmerzensgeld von etwa 1000 Euro zu. In dem Film „Das Leben ist schön“ verharmlost Roberto Benigni das Ladenschild „Kein Zutritt für Juden und Hunde“ – bis es zu spät ist. Die SPD-Politikerin Canan Bayram hatte in Berlin Gaststätten und Kneipen dazu aufgerufen, keine „Nazis“ zu bedienen. Auf die Frage der taz, ob damit nicht falsche Assoziationen an das „Dritte Reich“ geweckt werden könnten, als Juden der Einlass in Geschäfte verwehrt wurde, sagte die SPD-Politikerin, dies sei gewollt. „Es soll ja der Eindruck entstehen, dass die Menschen und ihre Haltung unerwünscht sind.“

Der Blockwart im Boulanger setzt da noch eins drauf. Jetzt ist schon ein harmloser CDU-Politiker wie Oettinger „unerwünscht“, weil er korporiert ist. Dabei hängt im Boulanger ein Parade-Korporierter, der bis zu seinem Tode darauf stolz war: Karl Marx.

Anton Brenner, Tübingen, Altstadtrat der Linken

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07.07.2015, 12:00 Uhr

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