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Der „Arschbomben-König“ erzählt, wie es ist, plötzlich weit über Tübingen hinaus berühmt zu sein

Übung macht den Arschbombenmeister

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Innerhalb weniger Tage, ja Stunden, wurde ein Video aus dem Tübinger Freibad zum Renner im Netz. Doch wer ist der „Arschbomben-König“? Das TAGBLATT sprach mit ihm.

09.07.2015
  • Philipp Koebnik

Tübingen. „Ich will lieber im Hintergrund bleiben“, sagt Björn B., der deshalb auch nicht seinen vollen Namen in der Zeitung lesen möchte – „Sonst würde mein Telefon ja glühen.“ Denn auch wenn das gar nicht seine Absicht war, hat Björn in den vergangenen Tagen bundesweit Bekanntheit erlangt. Bald zwei Millionen Internetnutzer haben das Video mit dem „Arschbomben-König von Tübingen“ gesehen, seit die Stadtwerke es am 2. Juli auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten. Im TAGBLATT äußert sich Björn nun exklusiv dazu, wie er den Rummel um das Video und seine Person erlebt. Immerhin haben inzwischen auch Radio und Fernsehen um Interviews gebeten – was er bislang jedoch konsequent abgelehnt hat.

Medienrummel um ein Tübinger Unikum

Das „Hamburger Abendblatt“ hat darüber berichtet, ebenso „Focus Online“, „Stern.de“ oder der Fernsehsender „N24“. Auf der Facebook-Seite des Freibads erhielt das Video in kurzer Zeit über 2000 Kommentare und wurde mehr als 5000 Mal geteilt. Niemals hätte Björn damit gerechnet, dass sich das Acht-Sekunden-Video zum Internet-Hit entwickeln würde. „Da habe ich erstmal blöd geguckt, als ich das erfahren habe“, sagt Björn lachend. So sehr im Rampenlicht zu stehen, ist ihm dann doch etwas unangenehm. Aber ein bisschen stolz ist er auch. „Schon zweimal haben mich Leute auf der Straße angesprochen und gesagt, was für eine tolle Arschbombe ich da gemacht habe.“

In der Tat, eine Arschbombe, bei der das Wasser meterhoch spritzt und literweise über den Beckenrand läuft, muss man erstmal hinkriegen. Was sein Geheimnis ist? „Jahrelange Übung“, sagt er lakonisch. Zum durchschlagenden Erfolg trägt aber freilich auch Björns Körperbau bei – wie viel er wiegt, möchte er jedoch nicht verraten.

„Ich bin ein waschechter Tübinger“, sagt der 27-Jährige. In der Neckarstadt geboren und aufgewachsen, arbeitet Björn heute im Top Ten. Im Sommer geht er sehr oft ins Schwimmbad. „Vor allem unternehme ich gerne etwas mit meinen Kumpels.“ Wenn er im Freibad ist, geht er zwar auch schwimmen, aber am liebsten macht er seine unnachahmlichen Arschbomben – und sorgt für Aufsehen und Heiterkeit bei den übrigen Badegästen. Für regelmäßige Freibadgänger ist Björn daher eine lokale Berühmtheit. Dennoch musste er sich überwinden, mit der Zeitung über diese Geschichte zu sprechen: „Ein Kumpel hat mich überredet.“

Die Idee, ein Video zu drehen, kam von Bademeister Bernd Gugel. „Wir haben beide nicht gedacht, dass es so ein großer Erfolg wird“, sagt Björn. „Aber eigentlich ist mir das Ganze nicht wichtig, ich lebe ganz normal mein Leben weiter.“ Und das heißt derzeit: die warme Jahreszeit genießen. „Der Sommer ist richtig toll, ich bin auch schön braun geworden“, freut er sich.

Gugel ist nicht nur Bademeister, er betreut auch die Facebook-Seite des Tübinger Freibads. „Ich habe mehrere Videos mit Björns Arschbomben gedreht. Am besten war aber das Video, das ihn auch beim Anlauf zeigt.“ Nicht zuletzt die „kreischenden Mädels“ verleihen dem Video seine Wirkung, so der Bademeister, der auch für die AL/Grüne im Gemeinderat sitzt.

Gugel kennt Björn seit zwei Jahren, bereits damals habe er die Leute mit seiner Super-Arschbombe begeistert. Zu Gugels Aufgaben gehört es, das Becken abzusichern. „Björn springt ja nicht geradeaus, sondern immer etwas zur Seite. Ich passe dann auf, dass niemand in dem Bereich schwimmt.“ Björns Sprünge glichen geradezu einem Ritual, so Gugel: „Dazu gehört, dass er sich erst einmal zeigt und seinen Sprung ankündigt. Dann wartet er, bis alle anderen gesprungen sind – und dann kommt er.“

Karitatives Engagement statt Star-Allüren

„Bisher hatten unsere Beiträge maximal 10 000 Klicks. Mit diesem Video sind wir jetzt schon im Millionenbereich“, betont Gugel. Ob das Video dazu führt, dass mehr Leute ins Freibad gehen? „Das glaube ich eher nicht. Aber ganz sicher bedeutet es einen Imagegewinn für uns.“ Nun sei aber langsam wieder das Tagesgeschäft angesagt. „Ein Problem ist, dass die Besucher immer wieder den Rettungsweg zuparken. Auch auf solche Probleme mache ich auf der Facebook-Seite aufmerksam.“

Björn überlegt derzeit, seine Bekanntheit im Rahmen einer karitativen Aktion zu nutzen. Es wäre schön, so sagt er, „eine Benefizveranstaltung oder so zu machen, um Geld für einen guten Zweck zu sammeln“. Berühmt oder nicht – Björn wird weiter springen. Wer seine berühmte Arschbombe live erleben will, muss nur ab und zu ins Tübinger Freibad gehen.

Übung macht den Arschbombenmeister
„Bombenerfolg“: Meterweit spritzt das Wasser, wenn Björn B. vom Fünfmeterturm ins Becken springt – und erfrischt so auch zahlreiche andere Badegäste.

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09.07.2015, 12:00 Uhr

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