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Von Spionen im Smartphone

Uli Sailer erklärt Sechstklässlern am Albeck-Gymnasium Tücken moderner Medien

Fast jeder Schüler der Klasse 6c des Albeck-Gymnasiums besitzt ein Smartphone. Doch geht jeder verantwortungsvoll und vorsichtig damit um? Medienreferent Uli Sailer klärte die Jungen und Mädchen am Freitag über mögliche Gefahren moderner Medien auf. Persönliche Daten, Fotos und der Standort können durch Apps von Fremden ausspioniert werden.

28.03.2015
  • jule baumgärtner

Sulz. Es herrscht Ruhe in der Aula des Albeck-Gymnasiums. Gespannt lauschen die Schüler der 6c, während Uli Sailer über die Sicherung der persönlichen Daten auf dem Smartphone spricht.

Nachdem bereits ein Elternabend zum Thema „Umgang mit modernen Medien“ stattgefunden hat, beschloss das Kollegium, auch die Kinder eingehender über dieses Thema zu informieren. Von außerhalb wurden den Lehrern schon einige Fälle von Cybermobbing und Ähnlichem zugetragen. „Wir wollten, dass ein Referent die Schüler zusätzlich zu den schulischen Bemühungen über den richtigen Umgang mit den neuen Medien informiert“, erklärte Linda Ullmann.

Die Wahl fiel schließlich auf Uli Sailer, der alle sechsten Klassen des Gymnasiums besuchte. Der freiberufliche Medienreferent hält seit 15 Jahren Vorträge über den Umgang mit modernen Medien.

Da das Internet in den ersten zwei Stunden des dreistündigen Workshops nicht zugänglich war, musste Sailer vieles ohne technische Hilfsmittel erklären. In der letzten der drei Schulstunden funktionierte der Internetzugang wieder, so dass der Referent die Schüler hauptsächlich über das Thema Standortsicherheit mit dem Smartphone aufklärte. Zunächst schilderte Uli Sailer, wie der Weg von Smartphone-Nutzern anhand von W-Lan-Daten, GPS-Sendern oder Apps verfolgt werden kann.

Danach führte der Gerlinger die Schüler in sein Wissen über das Urheberrecht von Bildern ein und machte den Kindern klar, wie wichtig die Zustimmung des Fotografen ist, wenn man ein Bild ins Netz hochlädt.

Als nächstes rief Sailer eine Sammlung von Taschenlampen- Apps auf. Auf die Frage, ob einer der Schüler eine der Apps nutze, schnellten sofort einige Hände in die Höhe. Bei genauerer Betrachtung fielen bei manchen Apps allerdings einige Unstimmigkeiten auf, denn wozu braucht eine Taschenlampen-App beispielsweise den Zugriff auf das Mikrofon eines Smartphones? Uli Sailer erklärte den Schülern, dass sie von solchen Apps abgehört werden können und warnte die Kinder davor, sich solche Apps herunterzuladen.

Als erschreckendes Beispiel berichtete der Medienreferent vomFall eines Realschülers, der selbst eine Taschenlampen-App entwickelte, die dann alle seine Mitschüler herunterluden. Als Sailer der Klasse die Zugriffsberechtigungen der App offenlegte, ging den Mitschülern des jungen Entwicklers ein Licht auf: Der Neuntklässler spionierte mittels seiner App sämtliche Mitschüler aus und erpresste auch manche von ihnen mit ihren privaten Daten oder Fotos. Dieser Fall löste große Bestürzung bei den Sulzer Sechstklässlern aus.

Eine Schülerin brachte das Beispiel der App „Talking Angela“ auf. Bei Angela handelt es sich jedoch nicht um eine Person, sondern um die Figur einer computeranimierten Katze, die mit dem Nutzer spricht. Da die App Zugriff auf die Kamera hat, wurden auch durch diese viele Nutzer ausgespäht.

Um auf die Standortsicherheit zurückzukommen, zeigte Sailer einen Youtube-Clip mit dem Titel „Netzwerkspionage – leicht gemacht“. Auch wenn noch nicht viele der Sulzer Schüler die App Instagram nutzen, waren die Sechstklässler doch schockiert, wie der Standort eines jeden Nutzers ohne Weiteres bestimmt werden kann, wenn dieser seine Bilder und Informationen nicht richtig schützt. Zudem bleiben Bilder, die Nutzer von Instagram, Facebook oder Whats-App hochladen oder verschicken, für immer im World Wide Web und sind für nahezu jeden einsehbar. „Egal, was gepostet wird, es kann nicht gelöscht werden“, ermahnte Sailer die jungen Gymnasiasten.

Als der Referent seinen Vortrag beendet hatte, hatten die Jungen und Mädchen noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Mit einem so großen Andrang hatte Uli Sailer jedoch nicht gerechnet, denn die Kinder bombardierten den Experten regelrecht mit Fragen. Ein Schüler wollte obendrein wissen, wie man selbst eine App erstellen kann. Nachdem die letzten Fragen beantwortet waren, schloss Sailer seinen Vortrag mit dem dringenden Appell: „Nur man selbst kann seine Daten schützen, niemand macht das für einen“.

Uli Sailer erklärt Sechstklässlern am Albeck-Gymnasium Tücken moderner Medien
Dicht umlagert von wissbegierigen Sechstklässlern war Uli Sailer gestern am Albeck-Gymnasium in der Pause des dreistündigen Workshops über den Umgang mit modernen Medien.Bild: cap

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28.03.2015, 12:00 Uhr

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