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„Uli, du bist gesperrt worden!“

Uli Schmetzer vor dem Derby gegen Mössingen

Von klein auf kickte Uli Schmetzer (23) bei der Spvgg Mössingen – bis er den Verein 2010 im Streit verließ. Nun trifft er beim Heimspiel mit der TSG Tübingen am Sonntag (15 Uhr) im Landesliga-Derby auf seinen ehemaligen Verein.

24.08.2012
  • Ibrahim Naber

TAGBLATT: Herr Schmetzer, Sie verbringen derzeit ihren Urlaub auf Mallorca. Muss sich die TSG Sorgen machen, dass Sie am Sonntag verkatert zum Spiel erscheinen…?

Uli Schmetzer: (Lacht) Nein, keine Angst! Ich bin hier im Osten Mallorcas mit meiner Freundin. Weit weg vom Ballermann. Am Freitag bin ich schon wieder da.

Gegner am Wochenende ist die Spvgg Mössingen. Ihr Heimatverein…

…in Mössingen habe ich von der Jugend bis zu den Aktiven alles gelernt. Es ist also schon mein Heimatverein, ja.

Dennoch verließen sie Mössingen vor gut zwei Jahren im Streit Richtung Nehren. Was war da los?

Ich wurde damals schlecht behandelt. Ich wollte regelmäßig in der Innenverteidigung spielen, aber war letztendlich nur der Lückenbüßer für alles. Sogar im Sturm wurde ich zum Teil aufgestellt. Auch als ich klipp und klar gesagt habe, dass ich das nicht länger mitmachen werde, änderte sich nichts. Bis ich mich im Training mit Trainer Bernd Bauer richtig gezofft habe.

Wie ging der Streit aus?

Ich habe das Training sofort verlassen und in Nehren unterschrieben.

Eine Kurzschlussreaktion also?

Ja, in dem Moment schon. Aber ich hatte davor schon bei Nehren mittrainiert. Und in Mössingen wurde mir ursprünglich zugesichert, dass mir bei einem Wechsel keine Steine in den Weg gelegt werden.

Mössingen beharrte damals darauf, dass sie einen noch gültigen Amateurvertrag Jahre zuvor bei der Spvgg unterschrieben hätten. Sie wurden daraufhin vom Verband gesperrt, Mössingen musste 500 Euro zahlen, da der Vertrag nicht ganz rechtens gewesen sei.

Ja, ich kam damals nach dem Abitur aus dem Urlaub wieder, und ein Kumpel sagte: ‚Uli, du bist gesperrt worden!‘ Ich hab das erst gar nicht glauben können.

Hatten Sie das Gefühl, dass der Verein Ihnen da noch eins reinwürgen wollte?

Ja, anders kann ich mir das nicht erklären.

Gibt es etwas, dass Sie im Nachhinein bereuen? Haben Sie auch Fehler gemacht?

Natürlich! Ich würde das alles nicht mehr so machen. Einfach woanders einen Vertrag unterschreiben, ohne dem eigenen Verein Bescheid zu geben – das macht man nicht! Das war nicht die feine Tour von mir. Denn ich habe dem Verein ja auch viel zu verdanken.

Haben Sie noch Kontakt zur Spvgg Mössingen?

Kaum. Man grüßt sich halt, aber ich kenne auch nicht mehr so viele Spieler aus dem aktuellen Team.

Bei der TSG, so scheint es, haben Sie nun ihr Glück gefunden. Täuscht der Eindruck?

Es war die richtige Entscheidung, zur TSG zu gehen. Die Rückrunde letztes Jahr war super! Aufgrund der vielen Neuzugänge macht man sich nun aber schon Gedanken, ob es auch so gut weitergeht. Und auch ob ich weiter Stammspieler bleibe, wird sich rausstellen.

Was ist bei der TSG Tübingen diese Saison drin?

Wir haben einen sehr breiten, jungen und qualitativ starken Kader. Aber wenn die Einstellung nicht stimmt, so wie das häufig im vergangenen Jahr der Fall war, wird das auch nichts mit einem Spitzenplatz.

Denken Sie, dass Sie am Sonntag von Beginn an spielen?

Ich hoffe es. Dafür habe ich die ganze Vorbereitung über Gas gegeben. Und natürlich will ich dem alten Trainer zeigen, dass ich es kann. Aber nach dem 8:2-Auftaktsieg gegen Schramberg, ist es fraglich, ob der Trainer die Aufstellung ändert.

Uli Schmetzer vor dem Derby gegen Mössingen
Trifft am Sonntag auf seinen Heimatverein Spvgg Mössingen, den er vor zwei Jahren überstürzt verließ: Defensiv-Spieler Uli Schmetzer (rechts) von der TSG Tübingen.Archivbild: Ulmer

Für Tübingens Max Leibfarth ist das erste Heimspiel gegen die Spvgg Mössingen am Sonntag (15 Uhr) gleichzeitig auch das letzte der Hinrunde: Der Offensiv-Spieler steht vor einem Auslandssemester in Südkorea. Tübingen kann nach dem 8:2-Sieg in Schramberg in der Vorwoche selbstbewusst in das Derby gehen. Doch Spielertrainer Michael Frick warnt: „Das Spiel gegen Schramberg täuscht ein wenig. Da lief sehr viel gut für uns. Aber wir können noch viel verbessern.“ Definitiv verzichten muss Frick auf Lukas Fetzer. Mössingens Spielertrainer Bernd Bauer spricht derweil auch vor diesem Wochenende keine Einsatzgarantie für seine beiden Schlüsselspieler Hannes Klett und Kevin Schneider aus. Beide saßen schon beim 1:3 gegen Sindelfingen zunächst auf der Ersatzbank, da sie in der Vorbereitung teils gefehlt haben: „Einige Spieler holen gerade noch Rückstände auf. Gerade die Urlauber müssen jetzt einen Ticken mehr tun als die anderen“, sagt Bauer. „Nur wer mich im Training voll überzeugt, spielt auch!“ Die Rollen für das Derby sind für Mössingens Spielertrainer klar verteilt: „Wir sind klarer Außenseiter. Das wird für uns eine harte Nuss.“hip

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24.08.2012, 12:00 Uhr

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