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Ulm tut sich schwer im Kampf gegen Wildpinkler
Ein Mann posiert an der Mauer des Ulmer Münsters in Pinkelhaltung. Foto: Felix Kästle/Archiv dpa/lsw
Ulm

Ulm tut sich schwer im Kampf gegen Wildpinkler

Trotz viel öffentlicher Kritik und erhöhtem Bußgeld zerstören weiterhin Wildpinkler das Ulmer Münster.

23.10.2016
  • dpa/lsw

Ulm. «Ich habe das wieder ein halbes Jahr beobachtet - und wieder ist alles vollgepinkelt und vollgekotzt», kritisierte Münsterbaumeister Michael Hilbert die Lage ein halbes Jahr nach der Pinkel-Debatte in Ulm. «Ich bin nicht die Pinkelpolizei, aber da geht es um Wahrung öffentlicher Ordnung.» Das Jahr über finden auf dem Münsterplatz zahlreiche Veranstaltungen vom Weinfest bis zum Weihnachtsmarkt statt. Das Wildpinkeln ist laut Hilbert eine Begleiterscheinung aller Veranstaltungen. «Das Ordnungsamt muss präsenter sein», forderte er.

Das Münster ist Wahrzeichen Ulms und besitzt mit 161,53 Metern den höchsten Kirchturm der Welt. 1377 wurde der erste Stein des monumentalen schwäbischen Bauwerks gesetzt. Während die Kirche oben für Millionenbeträge restauriert wird, zersetzt unten in den seitlichen Nischen der Urin von Betrunkenen den Stein. Da Urin Säure und Salze enthält, setzt er der Bausubstanz übel zu.

Im Frühjahr hatte die Stadt den rücksichtslosen Pinklern den Kampf angesagt. Die Behörden hatten damals etwa das Bußgeld von 50 auf 100 Euro erhöht. Die Gegenmaßnahmen hätten aber nicht zum Erfolg geführt, beklagte Hilbert. «Mein Wunsch, dass bei öffentlichen Veranstaltungen Leute abgestellt werden zur Überwachung, wird nicht gehört.» Wirte und Veranstalter müssten zudem verpflichtet werden, kostenfreie Toiletten zur Verfügung stellen.

«Die Stadt tut sehr wohl etwas», teilte eine Sprecherin hingegen mit. Ordnungsdienst und Polizei kontrollierten verstärkt, Veranstalter würden im Vorfeld besonders auf das Problem hingewiesen, die Auflagen seien hoch und würden umgesetzt. Am Schwörmontag, dem Stadtfest Ulms, sei der Südteil des Münsters sogar komplett abgesperrt worden.

Und dennoch hat die Bußgelderhöhung nach Angaben der Stadt wohl keinen Einfluss gehabt: Die Zahl der Vorfälle sei mehr oder weniger unverändert, auf frischer Tat ertappt worden sei bisher niemand, hieß es. «Eine Lösung, die auch die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahrt, gibt es wahrscheinlich nicht, solange es Menschen gibt», teilte die Sprecherin mit.

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23.10.2016, 09:58 Uhr | geändert: 23.10.2016, 08:01 Uhr

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