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Ulm

Ulmer Forscher stößt Milliarden-Projekt an EU investiert massiv in die Quantentechnologie

Mit einer Milliarde Euro will die EU-Kommission die Quanten-Revolution vorantreiben. Zu verdanken ist das Vorhaben vor allem dem "Ulmer Manifest".

28.04.2016
  • CHRISTOPH MAYER

Ulm. Es kann nicht schaden, das Interesse Günter Oettingers (CDU) zu wecken - und der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft war schwer interessiert, als Professor Tommaso Calarco ihm vor eineinhalb Jahren von seiner Idee eines europaweiten Forschungsprojektes zur Quantentechnologie vorschwärmte. Denn im Unterschied zu US-Riesen wie Google oder Microsoft, die mal eben hunderte Millionen Dollar für Forschung- und Entwicklung locker machen, seien die Ressourcen einzelner EU-Staaten dünn gesät, sagt Calarco, der geschäftsführender Direktor des Ulmer Instituts für komplexe Quantensysteme ist. "Kein Land hat genügend Mittel, um die Quantenrevolution umzusetzen."

Um im Wettbewerb nicht abgehängt zu werden, brauche es daher ein Netzwerk aus Forschern und Firmen. Oettinger ermutigte Calarco also, ein "Quanten-Manifest" zu initiieren. Und der Forscher legte los - nicht allein, sondern mit Kollegen vom Center for Integrated Quantum Science and Technology, dessen Sprecher er ist. Das Manifest, das die Bedeutung der Technologie unterstreicht, erschien im März. 3200 Unterstützer unterzeichneten, darunter Nobelpreisträger Theodor Hänsch. "Wir mussten sicherstellen, dass das Paper gleichermaßen visionär wie solide ist", sagt Calarco. "Kein Science-Fiction eben."

Bei einer Konferenz in Amsterdam Mitte Mai solle das Manifest vorgestellt und Oettinger übergeben werden. Doch, und das ist die eigentliche Sensation: Schon jetzt hat die EU-Kommission angekündigt, das Programm massiv zu fördern. Laut einem EU-Dokument soll es 2018 starten und mit einem Fördervolumen von einer Milliarde Euro ausgestattet sein. Große Hürden auf dem Weg dorthin fürchtet Calarco nicht. Gerade weil so viele Länder und Institutionen beteiligt seien, sei das Placet von EU-Rat und -Parlament wahrscheinlich.

Methoden der Quantenphysik ermöglichen bereits die Kontrolle von Atomen und Elektronen. Bei der jetzt anstehenden "zweiten Quantenrevolution" gehe es etwa um die Entwicklung ultragenauer Atomuhren oder abhörsicherer Kommunikationssysteme, sagt Calarco. Ein Ziel sei der Quantencomputer - ein Superrechner, der bis dato unlösbare Aufgaben in wenigen Minuten meistert. "Das wird aber noch zehn bis 15 Jahre dauern."

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28.04.2016, 06:00 Uhr

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