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Bundespräsident

Um Gaucks Erbe wird weiter heftig gerungen

Am Sonntag treffen sich die drei Parteichefs der Koalition zu einer neuen Vorschlagsrunde

03.11.2016
  • GUNTHER HARTWIG

Berlin. Um das Erbe des scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck wird weiter heftig gerungen. Am Sonntag treffen sich die drei Parteivorsitzenden der schwarz-roten Koalition erneut im Kanzleramt, um sich vielleicht doch noch auf einen Konsens-Kandidaten zu einigen. Die Chancen dafür schwinden.

Nachdem SPD-Chef Sigmar Gabriel Außenminister Frank- Walter Steinmeier als geeigneten Bewerber für den Fall ins Gespräch gebracht hat, dass die Suche nach einem möglichst überparteilichen Gauck-Nachfolger weiter ergebnislos bleibt, richten sich alle Blicke auf Angela Merkel (CDU).

Dem Vernehmen nach hat die Kanzlerin die letzten Tage zu intensiven Telefonaten mit CSU-Boss Horst Seehofer und anderen Granden der Union genutzt, um einen Ausweg aus der verfahrenen Lage zu finden. Bei Merkel und Seehofer hatte Gabriels taktisch motiviertes Vorpreschen für Verstimmung gesorgt.

Denkbar sind – aus Merkels Sicht – drei Optionen. Entweder die CDU-Chefin zaubert am Sonntag doch noch einen Kompromisskandidaten aus dem Hut oder sie schlägt ihrerseits einen Repräsentanten der Union vor: Wolfgang Schäuble, Norbert Lammert, Ursula von der Leyen oder Johanna Wanka? Drittes Denkmodell: Merkel geht auf die Grünen zu und macht der Union Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt oder Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann aus den Reihen der Bündnispartei als nächsten Bundespräsidenten schmackhaft.

Dann käme es im Februar zu einer offenen Abstimmung in der Bundesversammlung. Dort haben sowohl Union und SPD als auch Union und Grüne eine in den ersten beiden Wahlgängen erforderliche absolute Mehrheit. Bei einem Bewerber der Grünen wäre die geschlossene Zustimmung der Union fraglich, bei einem Duell zwischen Steinmeier und einem Gegner aus der Union stünden die Chancen für den SPD-Mann im dritten Wahlgang nicht schlecht, weil dann eine einfache Mehrheit reicht, die aus Stimmen von SPD, Grünen, Linkspartei und FDP bestehen könnte. Jüngst hatte sogar Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht angedeutet, unter Umständen Steinmeier wählen zu können. Gunther Hartwig

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03.11.2016, 06:00 Uhr

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