Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Bewegung hilft

Um Osteoporose vorzubeugen, ist körperliche Aktivität gefragt

Die Angst ist groß - und oft diffus: Habe ich Osteoporose? Soll ich Medikamente nehmen? Die wichtigste Botschaft der Experten bei unserer Telefonaktion: Bewegen Sie sich so gut es geht. Das stärkt die Knochen.

21.11.2015
  • IRIS HUMPENÖDER

Wegen meines Rheumas brauche ich seit sechs Jahren immer wieder Cortison. Ich habe Angst vor Osteoporose.

Glucocorticoide hemmen die Knochenneubildung. Osteoporose ist also eine Nebenwirkung von Langzeittherapien mit Cortison - wohlgemerkt bei Langzeiteinnahme. Setzen Sie Cortison also so sparsam wie möglich ein.

Was kann ich vorbeugend tun?

Am besten festigt Aktivität die Knoche. Bewegen Sie sich! Gehen Sie walken, spazieren, schwimmen. Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs, melden Sie sich im Fitness-Studio an.

Wie bemerke ich Osteoporose?

Bei Osteoporose werden die Knochen brüchiger, was Sie aber eher nicht merken. Erst wenn zum Beispiel kleine Wirbelkörper grundlos brechen, ist das ein Alarmzeichen.

Welche Medikamente soll ich bei Osteoporose nehmen?

Die Basistherapie sind Vitamin D und Kalzium. Möglicherweise kommt noch ein so genanntes Bisphosphonat hinzu. Der Nutzen dieses Medikaments wird aber unterschiedlich diskutiert. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. Sollten Sie Bisphosphonate einnehmen, trinken Sie viel dazu, sonst könnte sich die Speiseröhre entzünden.

Vor zwei Jahren habe ich Bisphosphonate abgesetzt. Doch mein Zahnarzt weigert sich immer noch, mir ein Implantat zu setzen.

Bisphosphonate, die eigentlich die Knochen stärken, können im Kiefer manchmal das Gegenteil bewirken und den Knochen schwächen. Es kann dann zu einer Kiefernekrose kommen, bei der Teile des Kieferknochens freiliegen. Nach zwei Jahren dürfte das aber keine Rolle mehr spielen.

Ich bin 74 und trinke seit Jahrzehnten täglich einen Liter Milch. Meine Ärztin sagt, das könne Osteoporose begünstigen.

Nein, Milch schadet nicht, hilft aber auch nicht gegen Osteoporose. Doch sie hat viele Kalorien und kann dick machen. Übergewicht wiederum kann den Knochen schaden. Milch zu trinken, ist in jungen Jahren wichtig, wenn die Knochen aufgebaut werden. Nicht umsonst trinken Kälbchen Milch, Kühe aber Wasser.

Kann ich mit der Ernährung Osteoporose vorbeugen? Etwa mit Calcium-Brausetabletten?

Sie müssen nichts Spezielles essen oder trinken, wenn Sie sich ansonsten ganz normal und gesund ernähren. Was Calcium anbelangt, gilt: Viel hilft in diesem Fall nicht viel, denn das Calcium wird über die Niere wieder ausgeschieden. Besser wäre es, kontinuierlich kleine Mengen an Calzium aufzunehmen - etwa durch Mineralwasser.

Ich habe schon einige Wirbelkörperfrakturen, jetzt ist der sechste Brustwirbel eingebrochen und die Ärzte sagen, Sie können nicht operieren. Gibt es eine Alternative?

Wenn die Fraktur frisch ist, kommt möglicherweise eine so genannte Kyphoplastie in Frage. Das ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Knochenzement in den Wirbelkörper eingespritzt wird, um ihn zu stabilisieren.

Ich hatte vor sieben Wochen einen Schlüsselbeinbruch, unfallbedingt. Der Bruch will nicht verheilen. Ich bin 47. Kann das Osteoporose sein?

Meist betrifft Osteoporose keine Röhrenknochen, sondern eher kleine Wirbelkörper oder den Hüftknochen. Auch spricht ein Unfall und ihr "junges" Alter gegen eine Osteoporose.

Kann eine Osteoporose durch andere Krankheiten ausgelöst werden?

Eine Glutenunverträglichkeit etwa kann dazu führen, dass zu wenig Kalzium aufgenommen wird. Auch eine Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung kann den Knochenstoffwechsel stören. Wir sprechen dann von einer sekundären Osteoporose.

Ich habe schon etliche Spontanfrakturen hinter mir und bin sehr unsicher beim Gehen. Was tun?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein Gleichgewichts- und Muskeltraining, das die Koordination unterstützt. Auch sollten Sie in Ihrer Wohnung sämtliche Stolperfallen beseitigen und, falls Sie einen Rollator benutzen, auch das Gehen damit erstmal unter Anleitung üben.

Ich bin 76, habe mir noch nichts gebrochen, aber Angst vor einer Osteoporose. Soll ich eine Knochendichtemessung machen lassen?

Ihr Orthopäde kann ein Risikoprofil erstellen. Da geht es zum Beispiel um bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Morbus Bechterew, darum, ob Sie familiär vorbelastet sind, ob Sie rauchen und wie alt sie sind. Wenn Ihr Risiko, dass Sie sich in den nächsten zehn Jahren einen Knochen brechen könnten, über 20 Prozent liegt, wird Ihnen die Knochendichtemessung empfohlen.

Zahlt die Kasse diese Messung?

Ja, wenn ein Verdacht auf Osteoporose besteht. Sonst nicht.

Um Osteoporose vorzubeugen, ist körperliche Aktivität gefragt
Wer Osteoporose vorbeugen will, muss keine Medikamente nehmen: Jede Form von Bewegung stärkt die Knochen am nachdrücklichsten. Foto: dpa

Um Osteoporose vorzubeugen, ist körperliche Aktivität gefragt

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball