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Künftig mit Caféteria

Umbau des Hauptgebäudes ermöglicht neuen Service in der Unibibliothek

Eine bewirtschaftete Caféteria und eine übersichtliche Garderobe werden den Eingangsbereich der UB verändern. Zum großen Umbau gehört vor allem die Sanierung der Kühl- und Lüftungsanlage.

03.02.2010
  • Hans-Joachim Lang

Tübingen. Derzeit laufen noch die Ausschreibungen, nach Ostern richten sich die Baufirmen ein und beginnen mit den ersten Arbeiten. Vom Sommer an wird der Haupteingang der Universitätsbibliothek (UB) vorübergehend durch den Altbau erfolgen, den vor 100 Jahren im neoklassizistischen Stil erbauten Bonatzbau. Etwas mehr als ein Jahr lang müssen die Nutzer wie auch die Beschäftigten der Bibliothek einige Umwege und Unannehmlichkeiten hinnehmen, ehe die Investitionen des Landes als deutlich attraktiverer Lernort spürbar sind.

Ein gläserner Aufzugturm

Nach dem Umbau wird sich der Eingangsbereich des Hauptgebäudes mit neuem Gesicht präsentieren. Den Passanten in der Wilhelmstraße wird als erstes ein gläserner Aufzugturm auffallen, der rechts neben dem Hauptportal bis ins zweite Obergeschoss führt und damit das Gebäude auf allen Ebenen für Behinderte zugänglich macht. Neben dem Fahrstuhl finden die Besucher eine Außenterrasse, die in den wärmeren Jahreszeiten bewirtschaftet wird. Sie gehört zu einer Caféteria, die das Studentenwerk betreiben möchte.

Ältere Semester erinnern sich noch an den Zeitschriftenleseraum im Erdgeschoss rechts des Haupteingangs, der in die Alte Waschhalle verlegt und zuletzt von der Abteilung Medienbearbeitung genutzt wurde. Hier wird die Wand für eine Küche und eine Theke aufgebrochen. Davor werden Tische und Stühle für 50 bis 60 Personen aufgestellt. An der Stirnseite ist eine Cafétheke mit Barhockern eingeplant. Links neben dem Haupteingang, jetzt noch mit Schließfachschränken verstopft, soll sich der großzügige Aufenthaltsbereich mit weiteren Sitzgelegenheiten fortsetzen.

Rund vier Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm kommen der Universitätsbibliothek zugute. „Ein Kernbereich der Umbaumaßnahme ist die Sanierung der Kühl- und Lüftungsanlage“, sagt Beate Dörr, seit eineinhalb Jahren Direktorin der Bibliothek. Sie weiß längst von den Klagen ihrer Mitarbeiter und den Benutzern über die schlechte Luft insbesondere in der Lehrbuchsammlung und im Ausleihzentrum. So ganz nebenbei hofft man, dass durch die baulichen Verbesserungen jährlich etwa hundert Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen.

Die Arbeiten werden mit dem Einbau der neuen Lüftungsanlage auf dem Dach des Hauptgebäudes beginnen. Neue Vorschriften des Brandschutzes bedingen, dass zeitgleich zunächst im zweiten und dann im ersten Obergeschoss einige gläserne Wände eingezogen werden müssen. „Bei dieser Gelegenheit wird die Info-Theke im ersten Obergeschoss verlegt und die Recherche-Computer werden anders gruppiert“, erläutert Dörr die weiteren Umbau-Schritte. Auf diese Weise gewinnt man an dieser Stelle Fläche für zusätzliche Gruppenarbeitsplätze. „Wir haben deutlich festgestellt, dass dafür großer Bedarf vorhanden ist.“

Schließfächer im neuen Saal

Im August wird das Foyer im Erdgeschoss komplett zur Großbaustelle umgewandelt. Bis dahin werden alle Tages- und Semesterschließfächer in der Wandelhalle des Bonatzbaus und im Übergang zum ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes aufgestellt sein. Mit dem Umbau entsteht für sie ein neuer Raum. Dazu wird die Toilettenanlage im Erdgeschoss entfernt und im linken Bereich, wo sich jetzt noch die Lüftungstechnik befindet, neu installiert.

Der fürs Publikum derzeit noch unzugängliche Saal hinter den Toiletten kann nach deren Abriss geöffnet werden. Hier werden künftig die Schließfächer eingebaut und Automaten für Snacks und Getränke aufgestellt. „Trotz Virtualisierung und Digitalisierung“, sagt Dörr, „soll die UB ein beliebter und belebter Lern- und Arbeitsort bleiben.“

Die Universitätsbibliothek

Das UB-Hauptgebäude wurde 1963 neben dem denkmalgeschützten Bonatzbau bezogen. 1975 entstand eine Filiale auf der Morgenstelle, 2002/03 waren der Ammerbau und die Alte Waschhalle eingerichtet. Nach der aktuellen Übersicht von 2004 besitzt die Unibibliothek 3,4 Millionen Bände. Das Hauptgebäude sowie im Ammerbau der Hauptlesesaal und der Freihandbestand sind montags bis freitags von 8 bis 24 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Jeder, der in Baden-Württemberg wohnt, kann ohne besondere Zulassung einen Benutzerausweis bekommen.

Umbau des Hauptgebäudes ermöglicht neuen Service in der Unibibliothek
Aufriss der Frontseite des UB-Hauptgebäudes an der Tübinger Wilhelmstraße. Rechts neben dem Haupteingang wird ein behindertengerechter Außenfahrstuhl gebaut, rechts davon ein Café mit Außenbewirtung. Die Farbgestaltung ist noch nicht festgelegt. Plan: Büro Bloss & Keinath

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03.02.2010, 12:00 Uhr

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