Horb · Verkehr

Umleitung ließ auf sich warten

Wegen der B-28-Sanierung konnten Besucher den Horber Campingplatz gestern zeitweise nicht verlassen. Anreisende gelangten nur schwer ans Ziel.

30.06.2020

Von Mathias Huckert

Reinhold Kuchs Campingplatz wurde bei den Sanierungsarbeiten auf der B 28 zunächst nicht berücksichtigt.Bilder: Karl-Heinz Kuball

Fast drei Jahrzehnte lang sind Marita und Michael Töpfer Camper aus Leidenschaft. Viele Orte haben die beiden in dieser Zeit bereist. Der Weg zu ihrem jüngsten Ziel war steinig: Bis die beiden ihr Wohnmobil auf der Schütte in Horb abstellen konnten, sollte mehr Zeit vergehen, als geplant: Für die ursprüngliche Ankunftszeit hatte das Navigationsgerät 13 Uhr vorgesehen, am Ende war es dann halb drei, als die beiden in Horb ankamen.

Der Grund für die Verspätung: Die seit gestern geltende Sperrung der Bundesstraße 28. Denn die lief ebenfalls nicht wie geplant: Zunächst hatte das für die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten zuständige Regierungspräsidium in Karlsruhe angekündigt, eine Umleitung über das Industriegebiet Heiligenfeld einzurichten und so die Zufahrt zum Campingplatz zu gewährleisten.

Doch die Umleitung existierte in den gestrigen Morgenstunden nicht. „Es war alles gesperrt. Niemand kam rein, und niemand kam raus“, fasste Campingplatzleiter Reinhold Kuch die Situation im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE zusammen. Kurz nachdem Kuch und seine Mitarbeiter verstanden hatten, dass Gäste des Campingplatzes nicht in die Horber Innenstadt fahren konnten, erkundigte er sich bei der Stadtverwaltung. „Man hat mir gleich Kontakt zum Landkreis vermittelt. Die dortige Verwaltung hat sich dann gleich um die Sperrungen gekümmert.“

Schilder fehlten

Eins fehlte jedoch: Die passende Ausschilderung, die Gäste von außerhalb auf die Schütte führen sollte. Also sorgte das Campingplatz-Team selbst für Orientierung, etwa durch ein Schild am Kreisverkehr, der zur Altheimer Straße nach Horb führt. Doch auch das half im Fall des Ehepaars Töpfer nur bedingt. Gleich zweimal verpassten die beiden Urlauber in ihrem Wohnmobil die richtige Ausfahrt: „Den Weg zu finden war fast unmöglich“, beschrieb Michael Töpfer am Nachmittag die Situation. Selbst als der Weg zur Schütte dann gefunden war, wurde es brenzlig, denn die Camper mussten bis dahin mehrfach umdrehen: „Wer in so einer Situation den Wohnwagen hintendran hat, der muss aussteigen und das Teil abhängen“, sagte Töpfers Frau Marita.

Campingplatz-Mitarbeiter Gabriel Vegsö fürchtet zudem, dass spontane Camper von außerhalb irgendwann aufgegeben haben könnten, nachdem sie nicht zur Schütte gefunden hatten. Er deutete auf der Schütte auf viele leere Stellplätze: „So wird es wohl den ganzen Juli lang aussehen.“

Sein Chef Reinhold Kuch gibt zu: „2020 ist ein schlimmes Jahr für uns. Erst Corona, dann diese Schwierigkeiten. Und im August könnte es so weitergehen.“ Er meint die Sperrung der Abfahrt Nordstetten, bei der das Straßenbauamt des Regierungspräsidiums hoffentlich für die passenden Umleitungen sorgt. Für eine Stellungnahme war die Behörde gestern bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Marita und Michael Töpfer hatten so ihre Schwierigkeiten bei der gestrigen Anreise nach Horb.

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Erstellt:
30. Juni 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Juni 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2020, 01:00 Uhr

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