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Umrika

Umrika

Ein junger Inder macht sich auf die Suche nach seinem älteren Bruder, der angeblich in Amerika verschollen ist.

Umrika

02:12 min

Indien

Regie: Prashant Nair
Mit: Suraj Sharma, Tony Revolori, Prateik Babbar

- ab 6 Jahren

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16.11.2015
  • Klaus-Peter Eichele

In Umrika, den Vereinigten Staaten also, sind die Kuhfladen aus Gold, erzählen sich die Bewohner eines ärmlichen Dorfes in der indischen Provinz. Davon angespornt, begibt sich in den 1980-er Jahren der junge Udai auf die Reise in Richtung gelobtes Land, um dort sein Glück zu machen. Das scheint auch zu klappen, wie die bald eintreffenden Briefe bezeugen, die voller Stolz der ganzen Dorfgemeinschaft verlesen werden. Doch nach Jahren kommt Udais jüngerer Bruder Ramakant dahinter, dass die Nachrichten Fälschungen seines Vaters sind, um die Mutter zu beruhigen. In Wahrheit hat man von Udai nie wieder etwas gehört.

So macht sich Ramakant (Suraj Sharma aus „Life Of Pi“) mit seinem besten Freund Lalu (Tony Revolori aus „Grand Budapest Hotel“) auf den Weg, den Verschollenen zu suchen. Amerikanischer Boden, so viel sei verraten, wird in dem Film von Prashant Nair nie betreten. Sein Thema ist nicht das real existierende „Umrika“, sondern der aus Gerüchten, Filmeindrücken und Sehnsüchten gemixte Mythos in den Köpfen der Menschen.

Daneben geht es auch um die Selbstfindung eines Jugendlichen, der immer im Schatten eines anderen gestanden hat. Die beiden Jungs stranden in Bombay, wo Ramakant das Geld für die Überfahrt verdienen will, was mit ehrlicher Arbeit aber schier unmöglich ist. Nebenher strickt er munter weiter an der Legende und schreibt im Namen seines Bruders Briefe an die Mutter – bis das Lügenkonstrukt irgendwann zusammenbricht.

Stilistisch bedient sich der Regisseur vieler Mittel: Die Dorfszenen sind nah am Schwank, das Bombay-Kernstück orientiert sich am sozialrealistischen indischen Autorenfilm mit kleineren Ausflügen ins Gangsterfilm-Genre und zum Bollywood-Schmalz. Die Stilbrüche, die zuweilen auch die Handlung infizieren, machen „Umrika“ zu einer insgesamt etwas uneinheitlichen, aber auch auf reizvolle Art unberechenbaren Angelegenheit.

Von einem, der auszog, seinen verschollenen Bruder zu suchen – und sich selbst findet.

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16.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 20.11.2015, 12:00 Uhr

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