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Umweltfreundlich und am besten  auch selbstfahrend
Daimler-Chef Dieter Zetsche posiert mit dem Conceptauto Sedan A auf der Automesse Shanghai. China ist als Markt sehr wichtig. Foto: afp
Automesse Shanghai

Umweltfreundlich und am besten auch selbstfahrend

Die Branchenvertreter aus Deutschland bemühen sich, in China noch stärker Fuß zu fassen. Dafür gehen sie vermehrt Partnerschaften ein.

20.04.2017
  • DPA

Shanghai. Auf der Automesse in der chinesischen Metropole Shanghai tummeln sich traditionell die großen Zulieferer und Hersteller aus Deutschland. In diesem Jahr dreht sich alles um autonomes Fahren – aber auch um Umweltfreundlichkeit.

Mit Macht drängt der Stuttgarter Hightech-Konzer Bosch mit Technik für selbstfahrende Autos auf den chinesischen Markt. Der Zulieferer gab zum Messeauftakt in Shanghai bekannt, künftig mit dem chinesischen Internetkonzern Baidu und den beiden dortigen Kartenherstellern Auto Navi und Nav Info zusammenzuarbeiten und Daten zu liefern. Für automatisiertes Fahren mangele es noch an sehr genauen, aktuellen Karten, das wolle man ändern, sagte der zuständige Bosch-Geschäftsführer Rolf Bulander.

Daten der Bosch-Sensoren sollen dabei helfen, dass der Standort der Fahrzeuge in China auf den Zentimeter genau bestimmt werden kann. Eine erste Karte soll bis Jahresende erstellt werden. Über die finanzielle Ausgestaltung der Kooperation wurden keine Angaben gemacht.

Autohersteller und Zulieferer entwickeln immer umfassendere Technik für selbstfahrende Wagen. Ein voll automatisiertes Auto, bei dem ein Mensch gar nichts mehr machen muss und nur noch als Passagier an Bord ist, ist aber noch Zukunftsmusik. Bosch testet auf einer chinesischen Autobahn künftig mit Baidu ein teilautomatisiertes Fahrzeug. Ähnliche Testfahrten mit Bosch-Beteiligung gibt es bereits in Deutschland, den USA und in Japan.

Offener für neue Technologie

Einer Umfrage zufolge sehen Chinesen das Thema automatisierte Autos deutlich positiver als Deutsche. Laut der Erhebung des Instituts Lightspeed Research im Auftrag von Bosch unter 6000 Menschen sind in China 74 Prozent der Befragten für eine rasche Einführung selbstfahrender Autos, in Deutschland sind es nur 33 Prozent und in den USA nur 31 Prozent.

China ist der größte Automarkt. Für Bosch wird das Land immer wichtiger. 2016 stieg der Umsatz seiner Kfz-Zulieferer-Sparte um etwa 15 Prozent auf 9 Mrd. EUR. In lokaler Währung lag das Plus sogar bei gut 23 Prozent.

Die deutschen Autokonzerne bauen bei ihren Wachstumschancen in China auf die Elektromobilität und vor allem auch auf lokale Partner. So führt Daimler Gespräche mit dem chinesischen Uber-Konkurrenten Didi Chuxing, wie China-Vorstand Hubertus Troska auf der Automesse in Shanghai sagte. Das Unternehmen ist in dem Land der wichtigste Anbieter von taxiähnlichen sogenannten Ride-Hailing-Diensten, die mit einer Smartphone-App bestellt und bezahlt werden können.

Eine Daimler-Sprecherin ergänzte, dass sich die Verhandlungen unter anderem mit Didi in einem frühen Stadium befänden. Auch der VW ist laut China-Chef Jochem Heizmann „in intensiven Gesprächen“ mit dem Dienst.

Die künftig deutlich schärferen Emissionsregeln im Land will Daimler-Chef Dieter Zetsche nutzen. Daimler sei flexibel aufgestellt und werde batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge auch in jenen Werken produzieren, in denen bislang Verbrenner gebaut würden, sagte er. Dazu gehörten auch Produktionskapazitäten in China. Bis zum Jahr 2025 schätzt der Konzern den Anteil elektrisch betriebener Autos an seinen verkauften Fahrzeugen auf 15 bis 25 Prozent.

Die VW-Tochter Audi setzt laut Vorstandschef Rupert Stadler weiter auf China als Markt für Oberklasse-Autos. „Wir werden ein signifikantes Wachstum sehen“, sagte Stadler. Weil der Wohlstand in China steige, könnten die Verkäufe der Oberklasse-Hersteller innerhalb von zehn Jahren von heute rund 2,1 auf 3 Mio. Fahrzeuge pro Jahr steigen. Audi werde davon profitieren. Mit einer kurzfristigen Prognose für das China-Geschäft 2017 hielt er sich aber zurück: „Wir werden sehen, wie stark wir beschleunigen können.“ dpa

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20.04.2017, 06:00 Uhr

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