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Umzug nach Frankfurt
Blick auf Frankfurt: In den Wolkenkratzern sitzt die deutsche und internationale Finanzbranche. Foto: Boris Roessler/dpa
Brexit

Umzug nach Frankfurt

Die hessische Großstadt ist die Banken-Metropole Deutschlands. Sie wird noch an Bedeutung gewinnen, weil ein Teil der globalen Finanzbranche von London an den Main wechseln dürfte.

20.03.2018
  • DPA

Frankfurt. Ein Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union ohne Austrittsabkommen müsse unbedingt vermieden werden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Krautscheid. Den Finanzplatz Frankfurt sieht er gut aufgestellt, um vom Brexit zu profitieren. Banken brauchen für Dienstleistungen in der EU selbstständige Tochtergesellschaften in einem EU-Staat. Knapp 20 Finanzunternehmen aus London – vor allem US-amerikanische und japanische – wollen ihr Geschäft in Deutschland auf- und ausbauen. Ein Auszug:

Citigroup/USA Frankfurt ist offenbar erste Wahl als Hauptquartier für den Wertpapierhandel innerhalb der EU. Das Personal in Frankfurt könnte von derzeit 350 Mitarbeitern um bis zu 150 Stellen aufgestockt werden.

Daiwa Securities/Japan Der Wertpapierhändler (450 Mitarbeiter) will in Frankfurt eine Tochtergesellschaft gründen.

Deutsche Bank Sie bucht ihre etwa 20 000 institutionellen Kunden im Wertpapierhandel von London nach Frankfurt um. Unwahrscheinlich ist, dass von den etwa 8600 Londoner Stellen ein Großteil an den Main verlagert wird.

Goldman Sachs/USA Noch nicht entschieden ist einer Sprecherin zufolge, wie viele der 6000 Jobs aus London verlagert werden. Wahrscheinlichstes Szenario: Die Zahl der Mitarbeiter in Frankfurt von derzeit 200 wird verdoppelt.

JP Morgan/USA Aktuell beschäftigt die Bank 450 Mitarbeiter in Frankfurt. Insgesamt könnte sie mehr als 4000 Jobs aus Großbritannien abziehen. Dies wäre bei einem „harten“ Brexit der Fall, sagte Bankchef Jamie Dimon.

Lloyds/UK Gerechnet wird mit einer Aufstockung der Kapazitäten in Frankfurt. Hauptsitz innerhalb der EU wird jedoch Berlin.

Mizuho/Japan Die Tochter Mizuho Securities will ihre EU-Geschäfte nach Frankfurt verlagern.

Morgan Stanley/USA Die Bank hat in Frankfurt weitere Büroräume angemietet, die Platz für 600 bis 700 Mitarbeiter bieten. Erwartet wird, dass das Institut die Zahl seiner Mitarbeiter in Frankfurt von derzeit 250 in den nächsten Jahren in etwa verdoppeln wird.

Nomura/Japan Die Investmentbank hat eine Lizenz in Deutschland beantragt, um ihre EU-Geschäfte künftig von Frankfurt aus betreiben zu können. Nomura hat 3000 Beschäftigte in Europa, die meisten davon in London.

Silicon Valley Bank/USA Sie beschäftigt aktuell etwa 100 Leute in London und hatte schon vor dem Brexit in Frankfurt angeklopft.

Standard Chartered Bank/UK Die britische Großbank hat in Frankfurt ihre größte Präsenz in Europa nach der Zentrale in London, weil die Bank bisher schon von Deutschland aus das Euro-Clearing betreibt. Ein knappes Dutzend Mitarbeiter wurde bereits angeheuert. Verdoppeln werde sich die Mitarbeiterzahl in Frankfurt mit bisher 100 Beschäftigten aber sicher nicht.

Sumitomo Misui/Japan Das Institut will Tochtergesellschaften für Bank- und Wertpapier-Geschäfte in Frankfurt gründen. Wie viele der etwa 1000 Londoner Mitarbeiter umziehen, ist offen. UBS/Schweiz Die Europa-Einheit in Frankfurt soll mehr Aufgaben übernehmen. Es zeichnet sich ab, dass statt der erwarteten 1000 nur etwa 200 der 5000 Londoner Jobs betroffen sein werden.

VTB/Russland Russlands zweitgrößtes Geldhaus will sein Europa-Geschäft in Deutschland zusammenführen. „Derzeit haben wir drei Lizenzen in Frankreich, Österreich und Deutschland. Wir würden das gerne in einer einzigen Europe SE bündeln“, sagte Bankchef Andrey Kostin. Frankfurt soll das Hauptquartier werden. Es gehe dabei um einige Hundert Jobs, die nach Frankfurt verlagert würden.

Woori Bank/Südkorea Das Institut schmiedete bereits Ende 2016 Pläne für Frankfurt, allerdings geht es nur um 15 Mitarbeiter. dpa

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20.03.2018, 06:00 Uhr

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