Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Underdog - Unbesiegt weil er fliegt

Komödie um einen tollpatschigen Polizeihund, der sich aus Versehen in einen Superhelden verwandelt.

Komödie um einen tollpatschigen Polizeihund, der sich aus Versehen in einen Superhelden verwandelt.

UNDERDOG
USA

Regie: Frederik Du Chau
Mit: Alex Neuberger, Peter Dinklage, James Belushi

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
23.11.2015

Johnathan Littells Buch „Die Wohlmeinenden“ hat eine Debatte darüber angefacht, wie aus vorderhand ganz gewöhnlichen Deutschen Massenmörder werden konnten – oder zumindest Leute, die den Massenmord gleichgültig hingenommen haben?

Eine Teil-Antwort liefert das Experiment, das der Geschichtslehrer Ron Jones 1967 an einer amerikanischen Schule durchgeführt hat. Um die Funktionsweise diktatorischer Systeme zu veranschaulichen, ließ er seine Schüler in einem mehrwöchigen Rollenspiel Faschisten mimen. Doch anstatt vor sich selber zu erschrecken, fanden die Teilnehmer alsbald größten Gefallen an eiserner Disziplin, unbedingtem Gehorsam, dem Aufgehen in einer mächtigen Masse und schließlich dem Drangsalieren Außenstehender. Nur mit Mühe gelang es dem Lehrer, den zur alles überrollenden „Bewegung“ angeschwollenen Feldversuch zu beenden.

In der zweiten Verfilmung des Stoffes zeigt sich der deutsche Jung-Regisseur Dennis Gansel („Napola“) von dem aus dem Ruder gelaufenen Experiment so fasziniert, dass er sich um eine glaubwürdige filmische Umsetzung keine großen Gedanken mehr machte. Alle Figuren wirken wie vom Reißbrett, sind ganz auf ihre Funktion in der starren Versuchsanordnung reduziert. Allein Jürgen Vogel als Lehrer mit linken Flausen hat das Vermögen, aus dem Holzschnitt wenigstens ein paar schauspielerische Funken zu schlagen.

Auch die Übertragung auf hiesige Verhältnisse trägt keine Früchte; statt in „Deutschland, heute“ wähnt man sich eher in einer Krawallversion von Gansels Teeniefilm „Mädchen, Mädchen“. Und was soll uns lehren, dass sich die zerstörerische „Welle“ fast durchweg aus der Unterschicht rekrutiert, während das saturierte Bürgermädchen dem Spuk tapfer trotzt?

So diskutabel die These ist, dass in (beinahe) jedem ein kleiner Faschist schlummert, so unwirklich wird sie hier verbraten. Oder sind deutsche Gymnasiasten wirklich so strunzdoof, wie Gansel sie hinstellt?

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige