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Die Ampel war’s nicht

Unfall am Dienstag: Lastwagenfahrer verlor die Übersicht

Vier der sechs beim Unfall Verletzten sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Nachdem am Dienstag ein Speditionslaster zwei Autos auf der B 27 erwischte, gilt jetzt Unachtsamkeit als sichere Ursache.

13.09.2012
  • Eike Freese

Mössingen. Klassischer Auffahr-Unfall – das ist die Bewertung der Verkehrs-Sachverständigen zwei Tage nach der schweren Karambolage auf der B 27 am Dienstagnachmittag. Lange Zeit herrschte Unklarheit über die Entstehung: Weit rechts im Graben steckte der Laster einer Spedition aus dem Kreis Esslingen. Weit links zwischen den Bäumen der silberne VW Sharan einer Familie aus dem Zollernalbkreis, der vom Lkw gerammt worden war. Dazwischen der rote Alfa Romeo einer Frau aus dem Zollernalbkreis – mit völlig zerrissenen Außenblechen, allerdings lediglich an der Frontseite.

Nach jetzigen Erkenntnissen hat der silberne VW den roten Alfa auf der Schussfahrt Richtung Wald noch touchiert. Der Alfa stellte sich quer und wurde dabei vom Laster erwischt, der nach einem versuchten Ausweichmanöver und der Kollision mit dem VW unkontrollierbar Richtung Graben schoss.

Bei der Tübinger Polizei gilt die Stelle an der B 27 als klassischer Unfallschwerpunkt. „Hauptproblem“, so auch Mössingens Bereichsleiter Verkehr Kurt Räuchle, „ist allerdings der Linksabbieger-Verkehr“. Seit Jahren soll deshalb ein Blitzer, seit Ende 2011 auch eine bei Bedarf rot schaltende Ampel für Sicherheit sorgen. Die Geschwindigkeits-Kontrolle bremst Raser auf ihrer Route aus Hechingen. Die Ampel soll Abbiegern aus Mössingen und aus Ofterdingen ihren Weg über die B 27 erleichtern. Die Bundesstraße ist an der Stelle mit täglich über 25 000 Autos sehr stark befahren.

Am Dienstag war allerdings weder überhöhte Geschwindigkeit im Spiel, noch unübersichtlicher Abbiegeverkehr oder die Regelung durch die Teilzeit-Ampel. „Der Fahrer war schlicht unachtsam und hat nicht gesehen, dass die Autos vor ihm langsamer fahren“, berichtet Josef Hönes von der Tübinger Polizeidirektion. Ob der Fahrer des VW Mini-Vans und die Fahrerin des roten Alfa aufgrund der Ampelschaltung bremsten oder schlicht in Voraussicht der Kreuzung, ist nicht bekannt. Die Fahrbahn war zum Zeitpunkt zwar regennass – für den Unfall sei das aber unerheblich gewesen, so Polizeisprecher Hönes.

Insgesamt sechs Beteiligte der Karambolage gelten der Polizei als verletzt: die vier Familienmitglieder, die Fahrerin des Alfa und auch der Lkw-Fahrer, der nach Angaben von Zeugen noch bei der Bergung der Verletzten half. Alle Familienmitglieder sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen, berichtet Josef Hönes. Der unfallverursachende 30-jährige Fahrer des Lasters und die Alfa-Fahrerin sind weiterhin in Tübinger Kliniken. Ein Golden Retriever, der am Dienstag durch die geborstene Heckscheibe des Familienautos entsprungen war, wurde gestern in Bästenhardt eingefangen und den Haltern übergeben. Die Polizei hatte wegen des Hundes an der Schnellstraße Warnmeldungen ausgegeben. Um 20.45 Uhr am Dienstagabend war die B 27 wieder frei.

Unfall am Dienstag: Lastwagenfahrer verlor die Übersicht
Die B27 an der Ausfahrt Mössingen gilt zwar als Unfallschwerpunkt – doch vor allem aufgrund des Linksabbieger-Verkehrs von Mössingen nach Hechingen und von Ofterdingen nach Mössingen. Der war bei der schweren Karambolage kurz vor der so genannten „Lückenampel“ am Dienstag nicht im Spiel.Bild: Rippmann

„Die Verkehrsmenge an der B 27 dort ist einfach immens“, sagt der Mössinger Bereichsleiter Verkehr Kurt Räuchle. Hauptproblem an der Kreuzung sind Linksabbieger. Die Stadt beobachte das Geschehen, doch die präzise Bewertung der Lage sei schwierig: So kämen etwa viele Fahrer aus Richtung Nehren derzeit nur hier auf die Schnellstraße. Und wird bei Sebastiansweiler einmal eine B 27-Ampel gebaut, wird kurzzeitig auch dort umgeleitet. Von der Wirksamkeit des Blitzers und der Lückenampel ist Räuchle überzeugt. Auch die Polizei hält die Augen an der Kreuzung auf. „Könnte sein, dass man irgendwann zu dem Schluss kommt, dass man was machen muss“, so Polizeisprecher Hönes. Seit Ende vergangenen Jahres hat es dort 15 Mal gekracht.

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13.09.2012, 12:00 Uhr

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