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Unglaubliches Wiedersehen im Altenheim – nach 40 Jahren
Annelore Al-Ghazal (links) und ihre Schwester Hedwig Horsch. Foto: dpa
Zufall

Unglaubliches Wiedersehen im Altenheim – nach 40 Jahren

Zwei Schwestern finden sich nach 40 Jahren wieder – am Esstisch einer Seniorenwohngruppe. Nun sind sie unzertrennlich.

22.12.2016
  • DPA

Mannheim. Ein Weihnachtsmärchen, geschehen am Nikolaustag: Da setzte sich Hedwig Horsch an den Abendbrottisch in ihrem Mannheimer Altenheim und musterte die Frau gegenüber. Die neue Mitbewohnerin nebst irakischem Ehemann kam ihr bekannt vor. Hedwig fragte nach dem Namen. „Annelore ohne ,H'“, antwortet die Frau – „Schmitz“ sei ihr Geburtsname. Da dämmerte es Hedwig Horsch: „Dann bin ich deine Schwester!“

Vor 40 Jahren hatten sie sich zum letzten Mal gesehen. „Ich habe Gänsehaut bekommen“, sagt Annelores Tochter Hiam, die im Moment des Erkennens mit am Tisch saß. Zwei im Krieg geborene Schwestern, 82 und 84 Jahre alt, treffen sich zufällig im gleichen Altenheim, auf der gleichen Wohngruppe eingeteilt. „Sonst hätten wir uns vielleicht nicht wiedererkannt“, sagt Annelore Al-Ghazal. Seitdem sind die beiden unzertrennlich.

Doch 40 Jahre ohne Kontakt, wie kam das? „Ich weiß es selber nicht“, sagt Annelore. Sie ist seit fast 50 Jahren verheiratet. Ihre jüngere Schwester aber heiratete zweimal, wechselte dadurch den Nachnamen. Beide zogen mehrfach um und als die älteste Schwester der ursprünglich drei Geschwister 2008 starb, kam Hedwig nicht zur Beerdigung. „Meine Schwester ist tot“, vermutete Annelore.

Dass Annelore und Hedwig viele Jahre nicht weit weg voneinander wohnten – die eine in Mannheim, die andere lange im 30 Kilometer entfernten hessischen Viernheim –, ahnten beide nicht. Wenn auch der Gedanke an die Schwester immer da war, wenn auch nicht omnipräsent. „Ich konnte sie halt einfach nicht finden“, sagt Annelore.

Jetzt kommen Erinnerungen zurück. An die Kindheit, an Weihnachten bei der Großmutter, an Vater und Mutter. „Hedwig war die Wilde, die Freche“, sagt Annelore. „Die Annelore war die Redegewandte“, ergänzt Hedwig. „Es ist toll, die beiden reden viel, wärmen alte Geschichten auf“, sagt Tochter Hiam. Über die Zeit, die sie ohne einander verbracht haben, reden sie kaum. Die letzten Jahre wollen sie wieder als Schwestern verbringen und Weihnachten gemeinsam feiern.

Anika von Greve-Dierfeld, dpa

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22.12.2016, 06:00 Uhr

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