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Studenten-Welle kommt ein Jahr früher

Uni-Bewerberzahlen schnellen in die Höhe

Einen Ansturm an Bewerbungen verzeichnen die Universitäten diesen Sommer – in Tübingen ist die Zahl der Bewerber für das kommende Wintersemester sogar um 50 Prozent gestiegen. Besonders gefragt sind Psychologie, Medienwissenschaften, internationale Volkswirtschaftslehre und Biologie.

26.08.2011

Von Angelika Bachmann

Tübingen. Seit fast fünf Jahren bereiten sich Tübingen und die anderen baden-württembergischen Hochschulen auf den großen Ansturm vor, der für 2012 erwartet wird – wenn der doppelte Abiturs-Jahrgang an die Unis kommt. Allerdings deuten die ersten Bewerbungszahlen darauf hin, dass es an den Hochschulen schon im kommenden Wintersemester eng wird.

22 500 Erstsemester haben sich bis Mitte Juli an der Uni Tübingen für eines der zulassungsbeschränkten Fächer beworben – 50 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das heißt aber nicht, dass wir so viele Studienanfänger hier haben werden“, sagt Prorektorin Stefanie Gropper. Denn die Zahl der Studienplätze in diesen Fächer sei ja gesetzt. Auch wenn in einzelnen Fächern 30 Bewerbungen auf einen Studienplatz kommen (siehe: „Die beliebtesten Fächer“).

Gropper will noch keine Prognose darüber abgeben, wie sich der Wegfall des Wehrdienstes und der doppelte Abiturjahrgang in Bayern auf die Bewerbungszahlen auswirken. Presseartikel über steigende Studierendenzahlen hätten die Studienanfänger erst recht dazu animiert, sich an möglichst vielen Hochschulen zu bewerben. Im September, wenn die Einschreibung für die nicht zulassungsbeschränkten Fächer läuft, werde sich dann zeigen, wie viele Erstsemester es tatsächlich gibt. „Die Zahl der potenziellen Bewerber ist sicher größer“, so Gropper. Zum jetzigen Zeitpunkt mehr zu sagen, sei aber reine „Kaffeesatzleserei“.

Im Prinzip sieht die Prorektorin ihre Uni gut gerüstet für steigende Studierendenzahlen. Mit der Ausbauplanung 2012 wurden bereits neue Studienplätze und Professuren geschaffen, etwa in den Medienwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften.

Derzeit laufen Berufungen in Anglistik und Romanistik. Die Brechtbau-Fächer waren 2009 von Erstsemestern geradezu überrannt worden, haben aber seit 2010 ebenfalls einen Numerus Clausus und werden in der Lehre verstärkt. Neu geschaffen wird derzeit auch das Studienfach Nano-Wissenschaften, das Bezüge zu Physik, Chemie und Biologie aufweist. Auch hier läuft das Berufungsverfahren.

Im kommenden Jahr rechnet Gropper mit einem Anstieg von derzeit 24 000 Studierenden auf 26 000. Das wäre dann für die Tübinger Uni ein bislang nicht erreichter Höchststand. 2017/18, so die Prognosen, gehen die Tübinger Zahlen dann wieder auf 24 000 zurück.

Indes braucht man für zusätzliche Studierende nicht nur Dozenten, sondern auch Räume für Lehrveranstaltungen – und Büroräume für die Lehrenden. „Wir werden um zusätzliche Anmietungen nicht herumkommen“, sagt Gropper. Groß ist der Raumbedarf insbesondere an der Wilhelmstraße, rund um den Brechtbau, aber auch bei den Wirtschaftswissenschaften oder den Geologen.

Für die Raumplanung wichtig ist dabei das frühere Oberschulamt in der Keplerstraße. Dieses wird allerdings nicht, wie erhofft diesen Spätsommer, sondern erst im kommenden Jahr frei. Dann zieht die mittlerweile zum Regierungspräsidium gehörende Behörde in ein Gebäude in der Konrad-Adenauer-Straße. Die dortigen Mieter vom Institut für Wissensmedien ziehen in die dann sanierte alte Frauenklinik.

Einer „Optimierung des Raum-Managements“ fiel bereits mancher Abstellraum zum Opfer. Zum Teil wurden größere Räume geteilt. Büros, die nur einmal die Woche belegt waren, werden künftig besser ausgenutzt. Seminarräume will man EDV-gestützt passgenauer belegen und kleine Veranstaltungen auch in kleinen Räumen unterbringen.

„Wir werden oft gefragt, warum wir nicht neu bauen“, sagt Gropper. „Aber zum einen fehlt uns dafür das Geld. Und zum anderen: Wenn die Gebäude fertig wären, würde die Studentenzahl bereits wieder sinken.“

Die beliebtesten Fächer

Groß ist die Konkurrenz in manchen zulassungsbeschränkten Fächern.

Hier einige Beispiele:

  • Psychologie: 3000 Bewerber (Vorjahr 2000) auf 99 Plätze
  • >>Medienwissenschaft: 1250 Bewerber (Vorjahr 670) auf 90 Plätze
  • >>Internationale Wirtschaftslehre: 1100 Bewerber (Vorjahr 460) auf 90 Plätze
  • >>Biologie: 1400 Bewerber (Vorjahr 1000) auf 178 Plätze
  • >>Jura: 1900 Bewerber (Vorjahr 1500) auf 370 Plätze
  • >>Geografie: 250 Bewerber (Vorjahr 140) auf 60 Plätze
  • >>Deutsch Lehramt: 1070 Bewerber (Vorjahr 750) auf 300 Plätze

Wer im ersten Auswahlverfahren nicht genommen wird, kommt vielleicht in den Nachrückverfahren zum Zuge. Diese können sich allerdings weit bis in das Semester hinein ziehen.

Eng ist es schon jetzt – nicht nur in den Brechtbau-Hörsälen (Bild) oder in den Seminarräumen. Im kommenden Wintersemester wird der Raumbedarf an der Uni noch steigen. Mehr Dozenten und vermutlich auch sehr viel mehr Erstsemester kommen an die Uni. Archivbild: Metz

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Erstellt:
26. August 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
26. August 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. August 2011, 12:00 Uhr

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