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Verhandlungen über 20-Millionen-Kredit

Uniklinik braucht dringend Geld

Der Hygieneskandal hat Mannheims Uniklinikum Renommee gekostet - und viel Geld. Das Krankenhaus braucht jetzt dringend neue Mittel.

07.04.2016
  • DPA

Mannheim. Der Hygieneskandal hat für das Mannheimer Universitätsklinikum weitreichende finanzielle Folgen. Das Krankenhaus benötige erstmals einen größeren Kredit, sagte ein Klinikumssprecher. "20 Millionen brauchen wir auf jeden Fall, dann sehen wir weiter." Es gebe Gespräche mit mehreren Banken. Ziel sei 2020 wieder eine schwarze Null.

Im Herbst 2014 wurden am Klinikum Hygienemängel aufgedeckt. Knochensplitter am OP-Besteck, Blutreste an chirurgischen Instrumenten waren in den Schlagzeilen, ganz Deutschland schüttelte sich, als die Zustände am Uniklinikum Mannheim die Runde machten. Zwar wurde auch übertrieben, klar war aber auch, dass das Haus ein großes Problem mit der Hygiene hatte. In der Folge wurden Operationen wurden gestrichen und Patienten blieben weg.

Beim Skandal ging es vor allem um die Reinigung von OP-Besteck. Das Klinikum hat seither zahlreiche Neuerungen in die Wege geleitet. "Es ist klar, dass wir finanzielle Mittel brauchen, um die Restrukturierung zu überbrücken", sagte der Sprecher. Der "Mannheimer Morgen" zitiert aus einem internen Papier für den Ständigen Ausschuss des Aufsichtsrats. Darin heißt es: "Um einen geordneten Betrieb überhaupt aufrecht halten zu können, ist eine Kapitalzufuhr zwingend und sofort notwendig." 20 Millionen Euro seien "nicht ausreichend, um das Jahr 2016 zu überstehen". Das Papier informiere die sechs Ausschussmitglieder über die finanzielle Situation, sagte der Kliniksprecher. Aufsichtsratschef ist der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD).

Die Klinik mit 4800 Mitarbeitern erwartet für 2015 einen Verlust von 30 Millionen Euro, wie der Sprecher sagte. Er betonte, die Bilanzstruktur sei aber generell gesund. Das Krankenhaus hatte nach eigenen Angaben 2015 rund 4000 stationäre Patienten weniger, ein Minus von zehn Prozent gegenüber 2014. Der OP-Betrieb war lange eingeschränkt. Seit der Affäre hat das Krankenhaus mehr als 15 Millionen Euro in die Sterilgutaufbereitung investiert, in die Reinigung des OP-Bestecks.

Der Hygieneskandal beschäftigt auch die Justiz. Es gibt ein Ermittlungsverfahren und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Medizinproduktegesetz. Ob der Fall tatsächlich vor Gericht landet, ist nach Angaben einer Sprecherin der Mannheimer Staatsanwaltschaft noch nicht geklärt.

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07.04.2016, 06:00 Uhr

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