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Baustein auf der Morgenstelle

Universität gründet eine neue Wissenschaftsstadt

Schon seit Wochen heben die Bagger auf der Morgenstelle eine riesige Baugrube aus. Am Montag nun wurde der Grundstein für das neue Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen gelegt – und damit auch für eine neue Wissenschaftsstadt auf der Morgenstelle.

14.09.2010
  • Angelika Bachmann

Tübingen. Im Südosten der Morgenstellen-Hochhäuser, am Hang zum Käsenbachtal hin, entsteht das neue Gebäude für das „Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen“ (ZMBP). Biologen, Biochemiker, Pharmazeuten und Bioinformatiker arbeiten seit 1998 in dieser interdisziplinären Einrichtung zusammen – mit großem internationalen Erfolg. Das einzige, was den Pflanzenforschern lange Zeit verwehrt blieb, war ein gemeinsames Dach über dem Kopf: Auf mehrere Standorte verteilt arbeiteten die 16 Forschergruppen des Zentrums bislang. Anläufe und zum Teil schon weit gediehene Planungen für einen Neubau stießen in den vergangenen zwölf Jahren stets ins Leere.

Labortrakt mit Blick auf die Gewächshäuser

Universität gründet eine neue Wissenschaftsstadt
Grundsteinlegung in der Baugrube: Finanzminister Willi Stächele hat am Rednerpult die Morgenstellen-Hochhäuser und das Hörsaalzentrum im Blick, dessen Sanierung das Land in den kommenden Jahren ebenfalls mehrere Millionen Euro kosten wird. Bild: Metz

Um so größer war das Aufatmen, als vor zwei Jahren endlich Geld für den Neubau da war: Eine Sonderförderung des Bundes für besonders forschungsstarke Wissenschaftsprojekte – und die Co-Finanzierung durch das Land – bescherte den Pflanzenforschern den lang ersehnten Neubau. Auf gut 3000 Quadratmetern entsteht für 35,5 Millionen Euro ein modernes Lehr- und Forschungsgebäude. Zum Käsenbachtal hin sind die Labors ausgerichtet. Weiter unten am Hang werden die Gewächshäuser angesiedelt, in denen die Forscher ihr Arbeitsmaterial züchten. Labortrakt und Seminarräume sind im Quadrat um einen begrünten Innenhof angeordnet.

Zur Grundsteinlegung versammelten sich gestern Wissenschaft und Politik auf der Baustelle. Finanzminister Willi Stächele rühmte das ZMBP als Einrichtung, die für die Zukunftsfähigkeit der Universität stehe. Zusammen mit Staatssekretär Dietrich Birk (Wissenschaftsministerium), ZMBP-Mitbegründer Gerd Jürgens und Uni-Rektor Bernd Engler versenkte Stächele einen Stahlzylinder in einem Betonquader. Darin enthalten: eine Baudokumentation, eine Broschüre des ZMBP, einige Euro-Münzen und ein Exemplar des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs.

Universität gründet eine neue Wissenschaftsstadt
Der Neubau für die Tübinger Pflanzenforscher ist durch die Hanglage geprägt: Am Eingang und zum zentralen Platz hin ist er dreistöckig. Zum Käsenbachtal hin sind es zwei Stockwerke mehr. Im Modell ist der Anbau für die Biochemie bereits nahtlos rechts in der Verlängerung des ZMBP angebaut. Bild: Sommer.

Symbolcharakter hatte die Grundsteinlegung gestern auch deshalb, weil sie nur der erste Schritt zur Süderweiterung der Morgenstelle ist. In der Planung des Neubaus der Pflanzenforscher ist ein Anbau für das Interfakultäre Institut für Biochemie (IFIB) bereits angelegt. Weitere Gebäude für die Informatik und das Geo- und Umweltzentrum sieht der Masterplan für die Morgenstelle vor, den die Universität gerne im kommenden Jahrzehnt umsetzen würde. All diese Zentren beruhen auf dem Prinzip, Wissenschaften nicht mehr solitär zu betreiben, sondern über Fachgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Die Grundsteinlegung sei daher der Auftakt zum „strukturellen Umbau hin zu einer modernen Forschungsuniversität“, sagte Engler. „Hier entsteht eine kleine Wissenschaftsstadt.“

Die Pflanzenforscher und ihre Projekte sind auch ein zentrales Element der Bewerbung der Universität in der nächsten Runde der Exzellenz-Initiative. Das ZMBP bewirbt sich um ein Forschungscluster im Elite-Wettbewerb.

Die Wissenschaftler am ZMBP erforschen die allgemeine Genetik und die Entwicklungsgenetik der Pflanzen. Intensiviert haben sie dabei in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsgenetikern des Tübinger Max-Planck-Instituts. Weitere Arbeitsbereiche des ZMBP sind die Physiologie und die Biochemie der Pflanzen.

Versöhnliches von Bau- und Stadtverwaltung

Dass es bei der Planung des Neubaus stellenweise zu Kollisionen mit der städtischen Planungsbehörde und dem Tübinger Gemeinderat kam – Letzter fühlte sich nicht früh genug in die Planung einbezogen und beim Aufstellen des Bebauungsplans deshalb unter Zugzwang – spielte gestern keine Rolle mehr. Sowohl Anette Ipach-Öhmann vom Landesbauamt und Baubürgermeister Cord Soehlke versicherten sich gegenseitig der „guten Partnerschaft“ (Ipach-Öhmann) und des „guten Planungsprozesses“ (Soehlke).

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14.09.2010, 12:00 Uhr

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