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Unruhige Zeiten im Jahr des Hahns
In China werden die Straßen zum Fest bunt geschmückt auch wenn die Aussichten nicht so gut sind. Foto: dpa
Mondkalender

Unruhige Zeiten im Jahr des Hahns

2016 war bereits turbulent. 2017 steht im Zeichen des Feuer-Hahns – und das dürfte für noch mehr Spannungen sorgen. Trotzdem freuen die Chinesen sich auf ihr Neujahrsfest.

27.01.2017
  • FELIX LEE

Peking. Donald Trump ist in aller Munde. Auch in China. Und da am Samstag nach dem chinesischen Mondkalender das Jahr des Hahns beginnt, lassen es sich viele chinesische Karikaturisten nicht nehmen, in Sozialen Medien den neuen US-Präsidenten als Gockel darzustellen. Mal „pickt“ er auf Mexiko herum, mal auf Immigranten. Im Streit ums Südchinesische Meer ist Trumps Gesicht auf einem flatternden Hühnchen montiert, das Federn lässt.

Wenn fast 1,5 Milliarden Chinesen in aller Welt in der Nacht zu Samstag das Jahr des Hahns einläuten, wird mit viel Geböller und Raketengezisch das neue Jahr zwar kräftig gefeiert. Zugleich ist vielen Chinesen klar: Mit Trump als US-Präsident wird 2017 keineswegs nur ein spaßiges Jahr. Nach dem traditionellen Kalender ist jedes Jahr einem von insgesamt zwölf Tieren gewidmet. Dessen Charaktereigenschaften werden prägend für das Jahr.

Das zu Ende gehende Affenjahr etwa galt bereits – wie für einen Affen üblich – als turbulent. Doch 2017 verspricht Wahrsagern zufolge ein noch sehr viel unruhigeres Jahr zu werden. Der Hahn an sich gilt bereits als temperamentvoll, kämpferisch und er ist nicht gerade kritikfähig. Für 2017 kommt jedoch hinzu, dass es kein reguläres Hahn-Jahr wird.

Fünf Elemente

Nach der chinesischen Fengshui-Lehre besteht die Welt zudem aus fünf Elementen: Metall, Wasser, Holz, Feuer und Erde. Das Hahn-Jahr 2017 ist mit dem Element des Feuers verbunden – das gibt es nur alle 60 Jahre. Und Feuerjahre gelten als geladen, ja geradezu explosiv. „Wir gehen von einem Jahr mit politischen Spannungen aus, die Staats- und Regierungschefs zu extremen Handlungen verleiten“, sagt der Hongkonger Fengshui-Meister Raymond Lo. Mit Trump wird die Welt in seinem ersten Amtsjahr „eine Menge Hiebe und sogar Aufruhr“ erleben, befürchtet auch der ebenfalls in Hongkong praktizierende Wahrsager Thierry Chow.

Die Meister warnen nicht nur vor politischem Ungemach. In Jahren des Hahns komme es auch gehäuft zu schlimmen Naturkatastrophen wie Großfeuern, Explosionen, nuklearen Zwischenfällen oder Seuchen.

Doch Fengshui-Meister würden nur halbe Arbeit leisten, wenn sie lediglich schreckliche Vorhersagen machen würden. Wie jedes Wesen sowohl seine guten als auch seine schlechten Seiten hat, gilt das auch für das entsprechende Jahr. Politisch mögen Hahnen-Jahre mit der Verbindung zum Feuer spannungsgeladen sein. Sie gelten aber auch als besonders innovativ. 1957 etwa schossen die Russen den Sputnik-Satelliten ins All – und leiteten ein Rennen ums Weltall ein. 60 Jahre zuvor, im Jahr 1897, gelang es dem Bayer-Werk in Wuppertal erstmals Aspirin herzustellen. Im selben Jahr setzt Rudolf Diesel den von ihm erfundenen Motor in Gang. Auch für die Wirtschaft könnte es im Jahr des Feuer-Hahns gut laufen. Feuerjahre gelten generell als Zeiten des Aufschwungs.

Wer im Jahr des Hahns geboren ist, nimmt dem chinesischen Aberglauben zufolge dessen Eigenschaften an. So neigen „Hähne“ dazu, viele Aufgaben gleichzeitig erledigen zu wollen – und sind dann oft gestresst. Hähne gelten auch als Einzelgänger, misstrauisch, aufbrausend und streitlustig. Zudem picken sie auf anderen herum. Hähne sind allerdings auch stolz, selbstbewusst, zupackend und übernehmen gern die Führung.

Was Trump betrifft – im Jahr des Feuerhahns könnte er zwar für viel Unheil sorgen. Er selbst ist vom Tierkreiszeichen aber kein Hahn, sondern Hund, weil 1946 geboren. Das heißt: Vom Gemüt her ist er nicht von grundauf streitlustig. Menschen, die im Jahr des Hundes geboren sind, gelten als treu, lieb und ehrlich. 2018 folgt das Jahr des Hundes. Es gibt also Hoffnung.

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27.01.2017, 06:00 Uhr

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