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Grundversorgung halten

Unser Dorf hat Zukunft (1): Holzhausen hat viel zu bieten

Die Sorgen der Dörfer in der Nähe der Stadt haben in der vergangenen Zeit zugenommen. Dies hat seinen Grund im gesellschaftlichen Wandel allgemein und im demographischen im Besonderen. Doch obwohl es in Holzhausen keinen Tante-Emma-Laden mehr gibt und auch keine Bank mehr, blickt Ortsvorsteher Lutz Strobel zuversichtlich in die Zukunft. Sein Ziel: Im Ort wenigstens die Grundversorgung zu halten.

10.08.2010
  • Sascha Eggebrecht

Holzhausen. Holzhausens Ortsvorsteher Lutz Strobel macht sich nicht erst seit einigen Tagen so seine Gedanken, wie er das Leben in seinem Ort interessanter und attraktiv für die Bürger gestalten kann. „Wir müssen uns den Veränderungen im Dorf stellen. Wir müssen den Wandel mitgestalten, bevor der Wandel einen gestaltet“, sagt Lutz Strobel.

Deshalb brauche sein Holzhausen weiterhin ein Rathaus mit einem Angebot an Grundversorgungen im Bereich Bürgerbüro, Organisation von örtlichen Veranstaltungen und Ansprechpartner für die Bürger in vielen Dingen des täglichen Lebens. Unerlässlich für einen Ort hat auch eine funktionierende Feuerwehrabteilung, schon aus einsatztaktischen Gründen und als wichtiger Pfeiler der Dorfgemeinschaft. Noch wichtiger ist ihm aber der Verbleib des Kindergartens im Ort. „Klar, ist es schwierig, wenn es oftmals nur einen eingruppigen Kindergarten gibt. Doch Familien und Kinder können am besten in ihren Ort über den Kindergarten und der Schule integriert werden“, sagt Strobel. Daher spiele auch die Grundschule eine wichtige Bedeutung, um junge Familien nach Holzhausen zu holen und dort zu halten. „Welche Eltern wollen schon gern ihre Kinder jeden Tag mehrere Kilometer in den nächsten Ort zur Schule fahren?“, sagt der Ortsvorsteher. Doch es wird immer schwieriger neue Familien nach Holzhausen zu lotsen. Auch im Baugebiet Stümple mit seinen attraktiven Bauplätzen gibt es nur wenige Nachfragen. In den vergangenen drei Jahren wurden lediglich acht Bauplätze verkauft. „Bei vielen Familien spielt auch der Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Sie wollen einfach nicht mehr so weit zur Arbeitsstelle fahren. Daher zieht es viele Familien wieder in die Stadt, gerade auch junge Menschen (Studium, Schule, Ausbildung)“, sagt Strobel. Dieser Wandel bereitet dem Ortsvorsteher schon einige Sorgen. „Wenn wir die jungen Familien verlieren, wird unsere Zukunft schwerer!“, sagt Strobel.

Doch obwohl sich das Leben auf den Dörfern verändert hat, Postfilialen, Bank-Zweigstellen haben teilweise geschlossen, Dorfladen können sich nur schwer halten, hat nach Strobels Meinung Holzhausen vieles zu bieten. „Holzhausen ist geprägt von lebendigen Dorfgemeinschaften, von einem festen Zusammenhalt und von hohem ehrenamtlichen Einsatz, gerade auch in den Vereinen und Organisationen, was am Beispiel des 6-wöchigen Ferienspaßes und an den vielen Angeboten auch für Kinder und Jugendlichen sichtbar und erlebbar wird.

Ortschaften sind das Rückgrat einer Stadt und Holzhausen und allgemein der ländliche Raum muss in seiner Lebendigkeit erhalten und gestärkt werden“, sagt Strobel. Da reichen Förderprogramme für den Ländlichen Raum, die deutlich überzeichnet sind, nicht aus. Leer politische Aussagen, die unten nicht ankommen, bringen einen nicht weiter. Um der ganzen Sache mal auf den Grund zu gehen, plant der Ortschaftsrat im September eine Bürgerumfrage, mittels eines umfangreichen Fragekatalogs. „Denn wir wollen schließlich auch von ihnen wissen, was ihnen im Ort fehlt“, stellt Strobel klar. Der Ortsvorsteher hat schon jetzt einen Punkt gefunden, den er unbedingt verändert haben will: er wünscht sich einen Ort der Kommunikation. „Früher haben wir uns in den örtlichen Gaststätten getroffen“, sagt Strobel. Heute hätten die Bürger weniger Möglichkeiten sich im Ort zu treffen und sich auszutauschen. Doch es lohnt sich, so resümiert Lutz Strobel, sich für den Erhalt einer Grundstruktur in den Ortschaften aktiv einzusetzen will, weil die Ortschaften auch viel zu bieten haben. Und dies gilt es immer deutlicher darzustellen, um sich von den Metropolregionen und Großstädten abzuheben.

Unser Dorf hat Zukunft (1): Holzhausen hat viel zu bieten
In der Ortsmitte von Holzhausen befindet sich die Kirche.

Unser Dorf hat Zukunft (1): Holzhausen hat viel zu bieten
Wie gemalt: Der Blick auf das Rathaus in Holzhausen. Bilder: Kuball

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10.08.2010, 12:00 Uhr

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