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Besondere Dorfgemeinschaft

Unser Dorf hat Zukunft (2): Bergfeldens Bürger schätzen die Lage des Ortes

Erwin Stocker ist gerne Ortsvorsteher in Bergfelden. Über die Zukunft seines Dorfes macht er sich keine Sorgen. Die Gemeinde konnte Bauplätze verkaufen und mit der geplanten neuen Bäckereifiliale in der Dorfmitte sei dann auch die Grundversorgung im Ort wieder gewährleistet.

24.08.2010
  • Nils Horst

Bergfelden. Diese optimistische Einschätzung sah jedoch Anfang des Jahres noch anders aus. Die einzige Bäckereifiliale ging Konkurs und der letzte kleine Lebensmittelladen im Ort wurde geschlossen. Da waren natürlich viele betrübt. „Gerade wegen des demografischen Wandels war es uns im Ortschaftsrat deshalb ein großes Anliegen, dass die Bürgerinnen und Bürger im Ort wenigstens wieder eine Grundversorgung haben“, erzählt Stocker.

Nach langer Suche habe man einen Bäcker gefunden, der im Bereich der Volksbank eine Filiale bauen will, wo neben Backwaren auch kleine Grundnahrungsmittel wie Milch und Butter wieder verkauft werden sollen. „Mit der im Ort ansässigen Metzgerei sind wir dann wieder gut versorgt“, betont der Ortsvorsteher. Noch wichtiger ist ihm aber, dass ein Kindergarten und eine Schule im Ort sind. „Die Infrastruktur ist gerade für die jungen Familien enorm wichtig, da man so keine großen Wege in Kauf nehmen müsse“. Umso erfreulicher ist es, dass im Dezember neben den zwei bestehenden Kindergartengruppen eine weitere Kleingruppe von sechs bis acht Kindern betreut werden kann. Dann können auch die Klassen in der Grundschule selbstständig bleiben und müssen nicht zusammengelegt werden.

Auch in Sachen Bauplatzverkäufe macht er sich keine Sorgen. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir sogar vier Bauplätze an Auswärtige verkauft. Das zeugt dafür, dass wir eine interessante Wohngemeinde sind“, freut er sich. Sowohl die ideale Lage zur Bundesautobahn 81 als auch die funktionierende Infrastruktur mache den Ort für viele junge Familien reizvoll. Mit momentan 1650 Einwohnern, Tendenz steigend und der Gründung der neuen Kleinkindergruppe im Kindergarten kann in Bergfelden also keine Rede von Stagnation sein, freut sich Stocker. „Wir können also getrost in die Zukunft schauen“, ergänzt er.

Auch die Bürger sehen dies so: bei der vergangenen Bürgerwanderung war die Mehrheit der älteren Bürger sich einig, dass Bergfelden eine tolle Dorfgemeinschaft sei und sie gerne in Bergfelden leben. Erich Kipp erinnert sich noch gern an früher. „Da sah der Ort noch anders aus. Fast jedes Wohnhaus war eine Landwirtschaft“, erzählte er. Rund 160 Bauern dürften es gewesen sein, von denen heute nur noch ganz wenige im Dorf seien. Heute sieht das Leben ganz anders aus. Wo früher meist mehrere Generationen unter einem Dach gelebt haben, lebt heute nur noch eine Familie.

Ein eigenes Zimmer als Kind besaß er damals nicht. „Das wäre reiner Luxus gewesen“, erzählt er. Aber der Wandel der Wohnqualität hat auch etwas Gutes. Die hygienischen Einrichtungen wie Klo und Badewanne seien da nur ein Beispiel. Toll findet er, dass der Ortschaftsrat bestrebt ist, die Grundversorgung im Ort beizubehalten. Auch wenn er mit 82 Jahren zwar noch mobil sei, so könne er auch wie früher im Ort zu Fuß dann Kleinigkeiten erledigen. Gerhard Pfau ist 1947 als Flüchtling nach Bergfelden gekommen. Damals war es schwer für ihn, Anerkennung zu finden. Als er und sein Vater jedoch bei der Gemeinde anfingen zu arbeiten, fanden sie immer mehr Akzeptanz im Dorf. „Ich musste mich eben erst zurechtfinden und Freunde finden. Das kann man aber nur, wenn man nicht gegen den Strom schwimmt. Vor allem die Vereine haben ihm dabei sehr geholfen.

Karl Katz lebt gerne in Bergfelden. Vor allem die gute Wohnlage ist optimal für ihn. „Da ist man schnell mal in Stuttgart oder am Bodensee.“ Als Vereinsmensch ist er dankbar, dass auch sie den Weg mit der Zeit gegangen sind und immer mehr neue Sparten, gerade im Sportbereich gegründet haben.

Der rege Kontakt der Vereine und Bürger untereinander mache die besondere Dorfgemeinschaft Bergfeldens aus, schwärmt er. Martin Hauser, Seniorchef des gleichnamigen Schuhgeschäftes war früher sehr oft auf Messen unterwegs. Mit der Eröffnung der Bundesautobahn 1979 habe man ihm immer gesagt, wie toll er doch nun wohne, nämlich direkt zwischen Stuttgart und Bodensee. Dies schätzt er, wie viele andere Bürger wahrscheinlich auch, bis heute noch.

Unser  Dorf  hat  Zukunft  (2): Bergfeldens Bürger schätzen die Lage des Ortes
Im Dorfzentrum befindet sich in Bergfelden das Rathaus. Bild: sag

Unser  Dorf  hat  Zukunft  (2): Bergfeldens Bürger schätzen die Lage des Ortes
Die Bergfelder Bürger fühlen sich im Ort sehr wohl. Bild: nh

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24.08.2010, 12:00 Uhr

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