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Post vom Ortsvorsteher

Unser Dorf hat Zukunft (4): Trautwein sorgt sich um Dürrenmettstetten

Es kann gut möglich sein, dass die Dürrenmettstetter Einwohner in den kommenden Tagen Post von ihrem Ortsvorsteher Robert Trautwein erhalten werden. Schon seit Wochen liegt ein Schreiben in seiner Schublade. Darin beklagt sich Trautwein über die zwischenmenschlichen Probleme im Ort.

02.09.2010
  • SAscha Eggebrecht

Dürrenmettstetten. Verzweifelt ist Robert Trautwein noch nicht. Aber er macht sich sichtlich große Sorgen, wie das Dorfleben wieder intakter gestaltet werden kann. Dem Polizeibeamten schmeckt momentan der Umgang der Dorfbewohner untereinander überhaupt nicht. „Ist es der Neid?“, fragt er achselzuckend – er weiß es nicht genau. Auf jeden Fall beschäftigt ihn das Thema derartig, dass er sich in einer ruhigen Minute an den Schreibtisch gesetzt hat und einige Zeilen zu Papier gebracht hat. „Ich werde in den kommenden Tagen wohl alle Haushalte in Dürrenmettstetten anschreiben“, sagt Trautwein, der wissen will, warum die Stimmung im Dorf derzeit nicht rosig ist.

Er appelliert auch an einige Bewohner, „sich auch mal zurückzuhalten und nicht zu jedem Thema einen Kommentar abzugeben.“ Genauso stört es ihn, dass einige Privatpersonen die Weiterentwicklung der Nahwärmeversorgung blockieren. „Einige im Ort haben anscheinend ein Problem damit, wenn andere aus einer Sache einen anscheinenden Vorteil haben“, klagt Trautwein, der schon bessere Zeiten in Dürrenmettstetten miterlebt hat. Es ist nämlich noch gar nicht so lange her, als fast alle Mitbewohner im Ort mitgeholfen haben, um in Eigenarbeit dafür zu sorgen, dass alle interessierten Haushalte ein schnelles Internet zur Verfügung haben.

Etwas länger ist es dagegen schon her, dass es im Ort noch drei Gaststätten gegeben hat. Doch aus Altersgründen haben nach und nach die Gasthäuser „Linde“, „Löwe“ und „Rössle“ zugemacht. „In dieser Hinsicht haben wir wirklich gar nichts zu bieten, das ist ein großes Manko“, sagt Trautwein. Auch das „Löwe-Stüble“ biete da keinen adäquaten Ersatz. „Für ein paar Einheimische ist es sicherlich geeignet, aber auch nur für zehn bis 15 Personen“, sagt der Ortsvorsteher, der auch in der nahen Zukunft nicht daran glauben mag, dass es im Ort irgendwann nochmal wieder einen richtigen Gasthof geben wird. „Das lohnt sich einfach nicht. Höchstens wenn es nebenbei betrieben wird“, sagt Trautwein.

Glücklich ist der Polizeibeamte, dass es im Ort den Bioladen Frey gibt. „Das Angebot wird auf jeden Fall von den Bürgern angenommen“, sagt Trautwein. Auch Bauer Trick kann einige Eier und Nudelwaren unter die Leute bringen. Zudem fahren in der Woche mobile Verkaufsläden durch den Ort, sodass eine gewisse Grundversorgung in Dürrenmettstetten vorhanden ist. Auch wird von allen Seiten der Aussichtsturm gelobt. Durch seine einzigartige Lage hat der Besucher bei guter Fernsicht ein riesiges Panorama: Angefangen vom Stuttgarter Fernsehturm über Hohenzollern, mehrere Schweizer Alpengipfel und dem Feldberg bis hin zur Hornissgrinde.

Toll findet der Ortsvorsteher auch, dass sich die beiden Gruppen „Hiddehocker“ und Haagasshütte“ im kommenden Jahr wohl ein Vereinsheim zusammen teilen werden. Denn auf dem Sportgelände wird bis zum Sommer 2011 gewerkelt und gearbeitet, damit das Schmuckkästchen bezogen werden kann. Dann wird auch die Zeit der so genannten Wilden Hütten vorbei sein. „Die sind mir schon längst ein Dorn im Auge“, sagt Trautwein. Aus gutem Grund: Denn die verlotterten Hütten stehen im Naturschutzgebiet und werden derzeit von den beiden Gruppen genutzt. „Es gibt dort zwar keine Probleme, aber mir ist es wohler, wenn die beiden Hütten dort nicht mehr stehen“, sagt Trautwein, der auch hofft, dass die Grundstückspreise in Zukunft sinken werden. „88 Euro pro Quadratmeter sind total überzogen“, klagt er. Die Folge: Auf den wenigen städtischen Bauplätzen bleibt der Ortsvorsteher sitzen. „Privatverkäufe haben gezeigt, wenn der Preis stimmt, gehen die Bauplätze weg“, sagt Trautwein – vor allem alte Bauernhäuser.

Unser Dorf hat Zukunft (4): Trautwein sorgt sich um Dürrenmettstetten
Gewitterwolken über Dürrenmettstetten: Laut Ortsvorsteher Robert Trautwein gibt es zwischen den Dorfbewohnern zwischenmenschliche Probleme. Bild: Kuball

Unser Dorf hat Zukunft (4): Trautwein sorgt sich um Dürrenmettstetten
Die Schule in Dürrenmettstetten ist auch in die Jahre gekommen. Bild: Kuball

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02.09.2010, 12:00 Uhr

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