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Kommentar

Unter Polizeiaufsicht

Wie in keiner Nacht zuvor war an Silvester 2016 in Deutschland Polizeipräsenz gefragt. Sexuelle Übergriffe wie vor einem Jahr in Köln oder die Ängste nach dem Terroranschlag vor zwei Wochen in Berlin machten die Innenstädte zu Sicherheitszonen.

02.01.2017
  • ULF SCHLÜTER

Ulm. Silvester wurde unter polizeilicher Aufsicht gefeiert. Es hat scheinbar kaum jemanden gegeben, der sich daran gestört hat.

Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sicherheitsbehörden für die Absicherung der Festlichkeiten enormen Aufwand betreiben mussten. Das zeigte sich nicht nur in Berlin, sondern besonders in Köln, wo Stadt und Polizei alles besser machen wollten als vor einem Jahr. Damals wurden sie mit viel zu wenig Beamten massiven Ausschreitungen auf der Domplatte nicht mehr Herr.

In diesem Jahr meisterte die Polizei den Spagat, einerseits eine unbeschwerte Party ins neue Jahr zu begleiten und andererseits eine so weit wie möglich sichere Nacht zu gewährleisten. Immerhin waren über 1500 Beamte im Einsatz. Ihnen standen zeitweise wie 2015 hunderte Männer überwiegend nordafrikanischer Herkunft gegenüber. Warum sie kamen, ist noch ungeklärt. Die Bilanz des Einsatzes waren diesmal hunderte Platzverweise und 650 Personenüberprüfungen. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Nacht in Köln ohne die hohe Polizeipräsenz so glimpflich abgelaufen wäre. Die Kritik, dass Personen offenbar nur wegen ihres Aussehens überprüft wurden, läuft ins Leere. Die als Schande von Köln bekannten Vorgänge aus dem vergangenen Jahr rechtfertigen das Vorgehen der Beamten. Es war nötig – ob wir uns daran gewöhnen wollen oder nicht.

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02.01.2017, 06:00 Uhr

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