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Zauberhafte Märchenwelten

Unterhaltsame Spurensuche im Heimatmuseum

Kurz vor Weihnachten 1812 veröffentlichen Jacob und Wilhelm Grimm ihre „Kinder- und Hausmärchen“. 200 Jahre später lädt das Reutlinger Heimatmuseum zu einer „unterhaltsamen und erkenntnisreichen Spurensuche“ in eine geheimnisvolle, magische Welt.

29.11.2012
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Reutlingen. Standuhr, Tisch und Spindel, Samtkappe, Kamm, Schuh und Spiegel: Immer wieder erhalten Dinge im Märchen eine zentrale Bedeutung – und immer wieder gehen von ihnen besondere Wirkungen aus. Meist sind es Alltagsgegenstände einfacher Leute aus der Zeit vor der industriellen Revolution, Dinge allerdings, denen im Märchen eine besondere, ja oftmals magische Kraft zugeschrieben wird.

Mag dies schon die Fantasie der Zuhörer verzaubern, tut die Art der Erzählung ein Übriges. Denn die Dinge werden von den Gebrüdern Grimm schlicht nur beim Namen genannt, in ihrer Eigenschaft aber nicht beschrieben – was der Vorstellungskraft der Zuhörer Raum gibt. Zum ersten Mal widmet das Heimatmuseum Dingen im Märchen eine Ausstellung, die so zauberhaft gestaltet ist, wie die Märchen selbst.

Mit „Es war einmal . . . “, ist die erste Station überschrieben – die Exposition dieser märchenhaften Schau – mit vielen alten Märchenbüchern, darunter die Grimmsche noch recht wissenschaftlich gefasste erste Bearbeitung ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ von 1812. Auch die Märchensammlungen Reutlinger Verlage sind darunter mit der 1839 verlegten Ausgabe des Heerbrandt-Verlags.

Eine Ausstellung, die mit „Es war einmal“ beginnt, kann nur mit „ . . . und wenn sie nicht gestorben sind“ enden – in dieser Ausstellung selbstredend wieder mit Dingen. Die Kuratorin und stellvertretende Museumsleiterin Marina Schröder will an dieser letzten Station zeigen, „wie sich die Märchen in Lernmaterialien und Spielzeug objektiviert haben“. Aber auch, wie sie, ihres ursprünglichen Sinns entleert, für Werbezwecke eingesetzt werden.

Zwischen dem nüchternen Anfang und dem ernüchternden Ende entfaltet die Ausstellung ihren märchenhaften, zuweilen magischen Reiz, indem auch sie, wie das Grimmsche Vorbild, der eigenen Fantasie Raum lässt.

Dass Gegenstände die Rolle von Requisiten übernehmen können, zeigt die Ausstellung am Beispiel vom „Wolf und die sieben Geißlein“. Sie zeigt aber auch, dass Dinge als Hilfsmittel bei Proben und Prüfungen immer wieder eine Bedeutung erlangen. So soll die Müllertochter mit Hilfe des Spinnrads Stroh in Gold verwandeln, oder: Zur richtigen Braut passt der richtige Schuh. Und eine magische Wirkung haben das Töpfchen, aus dem im Märchen Hirsebrei quillt – und der berühmte Spiegel, der unbestechlich über die Schönste im Land Auskunft gibt. Die Ausstellung führt ihre Besucher auch in eine Welt voller Arbeit, zeigt die Spanne vom wohlhabenden Müller bis zum armen Scherenschleifer, das graue Kleid des Aschenputtels und das goldene, das es gewinnt. Sie bleibt den Dingen auch treu, wenn sie in die Welt ungewöhnlicher Namen einführt und darstellt, was es mit dem gestiefelten Kater auf sich hat oder mit dem Rotkäppchen.

Kinder können sich doppelt freuen: Auf sie wartet eine Sitzgruppe mit Märchenbüchern und eine Spielecke, in der sie Märchen nachspielen, aber auch selbst welche erfinden können.

Unterhaltsame Spurensuche im Heimatmuseum
„Von Spindeln und Spiegeln“ ist eine Mitmachausstellung, in der man auch Wolle spinnen darf. Bild: Faden

Die Ausstellung „Von Spindeln und Spiegeln, Dinge im Märchen“ ist von Freitag, 30. November, bis Sonntag, 10. Februar 2013, im Heimatmuseum, Oberamteistraße 22, zu sehen und kann zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Von Dienstag bis Samstag, 11 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr, sonn- und feiertags bis 18 Uhr.
Eine Broschüre zur Märchenausstellung informiert über das Begleit- und Aktionsprogramm. Sie kann unter www.reutlingen.de/heimatmuseum runtergeladen werden.

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29.11.2012, 12:00 Uhr

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