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Unternehmer sind besser als ihr Ruf
M. Rogowski
Ethik

Unternehmer sind besser als ihr Ruf

Michael Rogowski sprach im Weltethos-Institut über die Bedeutung von Werten in der Wirtschaft.

28.11.2016
  • far

Natürlich gebe es in der Wirtschaft schwarze Schafe, das stellte Michael Rogowski gleich zu Beginn seines Vortrags klar. Daran lasse sich häufig auch nichts ändern: „So wie man aus einem Dackel keinen Labrador macht, so macht man aus einem schlechten Charakter keinen anständigen Menschen“, so der Unternehmer. Diese schwarzen Schafe seien aber nicht der Regelfall, wie man angesichts der Skandale bei Deutscher Bank, VW oder Siemens meinen könnte: „Die Mehrzahl der Unternehmer tut Gutes.“

Beitrag zum Gemeinwohl

Michael Rogowski war Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), er führte mehrere Unternehmen, Verbände und Stiftungsräte und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Ehrensenatorwürde der Universität Tübingen. Seinen Ruhestand verbringt der 77-Jährige unter anderem mit Vorträgen über Werte in der Wirtschaft. Am frühen Donnerstagabend sprach er im Tübinger Weltethos-Institut – rund zwei Dutzend Interessierte folgten der Einladung.

„Die meisten Unternehmer fühlen sich von dem Bild in Öffentlichkeit, Medien und Politik nicht richtig dargestellt“, stellte Rogowski fest. Während in Umfragen nur rund ein Drittel der Befragten einen guten Eindruck von den Wertvorstellungen der Wirtschaftsführer habe, sagten mehr als 90 Prozent der Unternehmer selbst, dass man auch in Krisenzeiten an Werten festhalten müsse.

Zahlreiche deutsche Unternehmen, besonders mittelständische, trügen durch Spenden, Stiftungen oder die Unterstützung von Vereinen zum Gemeinwohl bei, so Rogowski. Viele engagierten sich außerdem für den Umwelt- und Klimaschutz. Und das sei auch richtig so: „Werteorientierung kann sich kurzfristig negativ auf die Unternehmensbilanz auswirken, langfristig wird sie den Wert eines Unternehmens steigern.“

Mehr gestaltete Globalisierung

Gerade in einer globalisierten Welt sei es wichtig, dass es Regeln und Sanktionsinstrumente gebe. Ohne „ehrbare Kaufmänner“ helfe das allein aber nicht weiter. Dem „Isolationismus“ eines Donald Trump erklärte Rogowski eine klare Absage: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr – aber gestaltete – Globalisierung.“ Offenheit müsse immer den Vorrang vor Abschottung haben. Das gelte wirtschaftlich ebenso wie gesellschaftspolitisch.

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28.11.2016, 01:00 Uhr

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