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Gemeindeverwaltungsverband Dußlingen-Gomaringen-Nehren (DuGoNe) 1975 gegründet

Unwettergeld als Brautgabe

GOMARINGEN/DUSSLINGEN/NEHREN (slo). 1975 haben sich die Gemeinden Dußlingen, Gomaringen und Nehren zum Gemeindeverwaltungsverband DuGoNe zusammengeschlossen. Vorausgegangen war ein langes Hickhack, wer zu welcher Gemeinde gehören soll und wie die zukünftigen Landkreise aussehen werden. Inzwischen hat sich der Verband längst etabliert und kann Erfolge vorweisen.

22.08.2000

„Wir sind mit unseren Vorstellungen der Regierung und ihrem Reformprogramm immer um eine Nasenlänge voraus gewesen“, sagte 1974 der damalige Nehrener Bürgermeister Franz Fecht. Gemeint hat er damit die drei Gemeinden Dußlingen, Gomaringen und Nehren, die sich schon lange bevor die Landesregierung ihre Verwaltunsreform auf den Tisch legte, für Projekte zusammengeschlossen hatten ? freilich ohne Statut.

Schon 1956 gründeten sie einen Wegeunterhaltungsverband, 1966 hoben sie den Abwasserverband Steinlach-Wiesaz aus der Taufe und zwei Jahre später den Schulverband Steinlach-Wiesaz. Außerdem beschlossen sie einen gemeinsamen Flächennutzungsplan.

Bei so vielen Gemeinsamkeiten lag es nahe, sich zusammenzuschließen. Doch das Problem war, dass Gomaringen auf Reutlinger, die beiden anderen Gemeinde auf Tübinger Gemarkung lagen. Trotzdem brachten viele Gemeinderäte die Verbands-Idee voran. Doch dann kam 1971 die Beziehungskrise in Form der Verwaltungsreform. In deren Rahmen nämlich sollten sich kleinere Gemeinden innerhalb eines Landkreisen zu einer einzigen Gemeinde zusammentun.

Und gleichzeitig lief der Kommunal-Wahlkampf. In dessen Rahmen sprachen sich bei einer Bürgeranhörung zwei Drittel der Gomaringer gegen den Zusammenschluss aus, während drei Viertel der Dußlinger und eine knappe Mehrheit der Nehrener für den Verband stimmten.

Zunächst entschied sich daraufhin Gomaringen, mit Stockach eine Gemeinde zu bilden. Stockach war das mehr als recht, denn nach Tübingen wollte es auf keinen Fall gehören. Und zu Gomaringen gab es schon immer enge Verbindungen. Auch die beiden Bürgermeister Ludwig Junger (Stockach) und Heinz Raff (Gomaringen) verstanden sich prächtig. Gomaringen zahlte den Brautpreis: Es kam zum Kreis Tübingen, zu dem auch Stockach gehörte. Damit stand nun einer Vereinigung von Dußlingen, Gomaringen und Nehren eigentlich nichts mehr im Wege. Das Land sah das ebenso und schrieb im Gesetzesentwuf. „Aus den Gemeinden Dußlingen, Gomaringen und Nehren wird die neue Gemeinde Gomaringen gebildet.“

Doch mit dem Widerstand der Bürger hatte das Land nicht gerechnet. Die große Mehrheit in allen drei Gemeinden wollte keine Einheitsgemeinde. Und siehe da: das Land gab nach. Hatte doch Gomaringen seine lange, enge Verbindung zu Reutlingen aufgeben und in den Kreis Tübingen gehen müssen. Statt einer Einheitsgemeinde sollte es nun also, inzwischen war es 1973 geworden, ein Gemeindeverwaltungsverband werden.

Das war nun genau das, was alle drei Gemeinden von Anfang an gewollt hatten. Am 25. Juni 1975 gab es den offiziellen Zusammenschluss ? wobei der Sitz des Verbands in Gomaringen eingerichtet wurde. Und Gomaringen bekam gleich Gelegenheit, seine Verbundenheit zu demonstrieren. Nur wenige Tage vor dem Zuammenschluss hatte ein mächtiges Unwetter in Dußlingen und Nehren große Schäden angerichtet. Gomaringen beschloss daraufhin ohne große Diskussion eine Soforthilfe und gab beiden Gemeinden jeweils 50 000 Mark.

Der Verband machte sich gleich an die Arbeit und gründete schließlich am 16. August 1976 die Realschule Steinlach-Wiesaz, sechs Jahre später war sie fertig. 1991 gründete der Verband dann das Karl-von-Frisch-Gymnasium. Inzwischen liegt der Schulentwicklungsplan auf dem Tisch, und in absehbarer Zeit werden beide Schulen erweitert.

Auch bei der Sozialstation taten sich die drei Gemeinden zusammen: In Dußlingen hat die Station zwar ihren Sitz, doch werden genauso Gomaringer und Nehrener betreut. Vor zwei Jahren stellte der Verband seinen ersten Jugendpfleger ein, der für alle drei Gemeinden zuständig ist, im Januar 1999 übergab er ihm das Jugendbüro Steinlach-Wiesaz.

Und auch für die Zukunft ist Großes geplant: Der hochschulnahe Gewerbepark „Unipro“ wurde im Juni 1998 beschlossen, und am 19. April diesen Jahres endgültig verab-schiedete der Verband die Satzung dazu. Damit ist neben den Schulen das zweite große Bauprojekt eingeläutet, das die Zusammenarbeit der drei Gemeinden augenfällig machen wird.

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Erstellt:
22. August 2000, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. August 2000, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. August 2000, 12:00 Uhr

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