Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Generalstreik auf der Bühne

Uraufführung und Besuch der Löwenstein-Nachkommen

Zum 80. Jahrestag des Mössinger Generalstreiks hat der Löwenstein-Forschungsverein ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zusammengestellt – nicht nur für das Jahr 2013. Schon jetzt beginnen Lesungen, Diskussionen, Vorträge – eine Auswahl.

05.11.2012
  • susanne wiedmann

Mössingen. Das rote Nehren war nicht unbeteiligt. Mitglieder der KPD und Sympathisanten machten sich am 31. Januar 1933 von der Kirschenfeldstraße nach Mössingen auf, um ihre Solidarität im Kampf gegen die Nazis zu zeigen. Im Bürgerhaus Nehren porträtiert der Autor und TAGBLATT-Mitarbeiter Jürgen Jonas am 23. November unter dem Titel „Das rote Nehren und der Mössinger Generalstreik“ einige der Teilnehmer des Aufstands.

Am folgenden Tag veranstaltet die Stadt in der Tonnenhalle der Pausa ein Fachsymposium zur Bedeutung des Generalstreiks damals und seine heutige Wirkung – unter anderem mit Prof. Bernd Jürgen Warneken, Museumsleiter Hermann Berner und Lindenhöfler Franz Xaver Ott, dem Autor und Dramaturgen des Generalstreik-Theaterprojekts.

Über die Geschichte des KZ „Wüste“ in der Region spricht Uta Hentsch vom Verein Gedenkstätten KZ Bisingen am 5. Dezember in der Mössinger Kulturscheune. Anfang nächsten Jahres, am 30. Januar, lädt die Osiandersche Buchhandlung in Tübingen zur Lesung des neuen Generalstreikbuches mit den Herausgebern ein. Die offizielle Veranstaltung der Stadt zum 80. Jahrestag des Generalstreiks ist am 31. Januar in der Mössinger Langgass-Turnhalle. Prof. Ewald Frie, Direktor des Seminars für Neuere Geschichte der Universität Tübingen, hält einen Vortrag. Anschließend wird die Ausstellung zum Generalstreik in der Kulturscheune eröffnet.

Warum ist die Verurteilung der Generalstreik-Teilnehmer nicht rechtmäßig? Darauf antwortet der frühere Lübecker Landgerichtspräsident Hans-Ernst Böttcher am 1. Februar in der Mössinger Kulturscheune. Einen Tag später folgen eine Demonstration und eine Kundgebung unter dem Motto: „Nie wieder Faschismus!“

Klar, um wen es am Internationalen Frauentag geht. Wie lauteten ihre Namen? Welche Rolle und Bedeutung hatten sie? Was haben die Frauen damals geleistet?

Karl-Heinz Blickle vom Verein „Alte Synagoge Hechingen“ beschreibt am 11. April die Kultur der Juden in der Textilwirtschaft der Region, erläutert deren Leistung und schildert die Enteignungen durch das NS-Regime.

Eine „Matinée gegen Antisemitismus“ gibt es zum 70. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto. Daran erinnert der Rabbiner Joel Berger am 21. April. Und Sibylle Thelen von der Landeszentrale für politische Bildung erklärt: Warum es wichtig ist, die Erinnerung wach zu halten.

Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Uraufführung des konzertierten Spiels „Ein Dorf im Widerstand“, das Theater Lindenhof, Jugendmusikschule Steinlach und eine Schar von spiellustigen Amateuren am 11. Mai in der Bogenhalle auf die Bühne bringen (siehe Artikel rechts). Es widmet sich dem Mössinger Generalstreik gegen Hitler. Auf Einladung des Löwenstein-Forschungsvereins und des Theaters Lindenhof reisen die Nachkommen der Pausa-Gründer nach Mössingen. Doris Angel, Tochter von Felix Löwenstein, und Harold Livingston, Sohn von Artur Löwenstein, der übrigens als Mitglied der britischen Armee an der Befreiung des KZ Bergen-Belsen beteiligt war, besuchen am 29. Juni zum dritten Mal Mössingen. Zusammen mit ihren Kindern und Enkeln nehmen sie an der Aufführung des Theaterstücks „Ein Dorf im Widerstand“ teil.

Am Tag danach wird bei einer Sonntagsmatinée das neue Buch über „Artur und Felix Löwenstein – Eine Würdigung der beiden Gründer der Mössinger Pausa“ vorgestellt. Es enthält die Forschungsergebnisse des Löwenstein-Vereins zur Enteignung der Pausa durch die Nationalsozialisten. Und auch die Untersuchungen zu den Beziehungen zwischen der Pausa und dem Bauhaus Dessau.

Eigentlich sollte es diesen Mittwoch losgehen: Literaturwissenschaftlerin Beate Schmeichel-Falkenberg wollte an die „Lebensgeschichten der Frauen vom Bauhaus Dessau – Design, Kunst und Exil“ erinnern. Weil sie erkrankt ist, wird der Termin verschoben. Der Löwenstein-Forschungsverein hat alle Veranstaltung in einem Programmheft zusammengefasst.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.11.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball