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VW erreicht in den USA weiteren Kompromiss
Monatelang haben die US-amerikanischen Behörden mit VW darum gerungen, wie der Abgasskandal abzuarbeiten und zu bestrafen ist. Jetzt ist eine weitere Hürde genommen. Foto: Bildquelle
Abgasskandal

VW erreicht in den USA weiteren Kompromiss

Rückkauf, Umrüstung und Entschädigung für die größeren Diesel-Modelle kosten rund eine Milliarde Dollar. Auch in Deutschland soll es jetzt vorangehen.

22.12.2016
  • DPA

Wolfsburg. Über ein Jahr nach Bekanntwerden der Abgasbetrügereien hat Volkswagen einem weiteren womöglich milliardenschweren Kompromiss in den USA zugestimmt. US-Richter Charles Breyer verkündete eine grundsätzliche Einigung für Diesel mit größeren Motoren, bei der aber noch viele Details offen blieben. Die US-Umweltbehörde EPA schätzt, dass VW für Rückkauf, Umrüstung und Bußgelder 1 Mrd. Dollar (960 000 EUR) kalkulieren muss. Entschädigungszahlungen dürften noch hinzukommen.

Nach monatelangem Ringen und kurzfristigen Verschiebungen teilte Richter Breyer jetzt mit, dass VW Rückkäufe für rund 20 000 ältere Modelle der 3,0-Liter-Fahrzeuge mit illegaler Abgastechnik anbietet. Bei den restlichen rund 63 000 Autos soll der Konzern zunächst die Chance zu einer Rückrufaktion mit einem Software-Update erhalten. Sollte die Umrüstung scheitern, müssten diese Wagen aber ebenfalls zurückgekauft werden.

Die Einigung betrifft größere Dieselwagen aus dem VW-Konzern – es geht um teure Modelle wie Porsche Cayenne und VW Touareg, vor allem aber um viele Audi-Luxusmodelle. Bis spätestens Mai 2020 sollen mindestens 85 Prozent der Autos in einen gesetzeskonformen Zustand versetzt werden oder von der Straße verschwinden. Sonst drohen höhere Zahlungen.

Zusätzlich zu Rückkäufen und Reparaturen muss der Konzern 225 Mio. Dollar in einen Umweltfonds einzahlen und mit 25 Mio. Dollar die Nutzung emissionsfreier Autos unterstützen. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sprach von einem „weiteren wichtigen Schritt nach vorne“.

Kosten für Vergleich unklar

Auch mit den Anwälten der betroffenen Kunden wurde laut Breyer eine Einigung in wesentlichen Aspekten erzielt. Einzelheiten sollten am Donnerstag bekanntgegeben werden. Für den im Juni geschlossenen Vergleich bei 2,0-Liter-Dieseln musste VW noch Entschädigungszahlungen von bis zu 10 000 US-Dollar je Fahrzeug obendrauf legen.

Was der neue Vergleich VW also insgesamt kostet, ist noch nicht klar. NordLB-Analyst Frank Schwope sieht in der EPA-Schätzung für die Kosten des Vergleichs von 1 Mrd. Dollar eher eine Untergrenze. Bislang haben die Wolfsburger für die Bewältigung der Lasten aus der Dieselkrise 18,2 Mrd. EUR zurückgelegt.

Ausgestanden ist der Dieselskandal auch mit dem neuen Vergleich nicht. Zahlreiche US-Bundesstaaten klagen noch gegen den Konzern, zudem laufen auch noch strafrechtliche Ermittlungen. Auch hier könnte ein Vergleich teuer werden. Experte Schwope schätzt nach wie vor, dass unter dem Strich und wohl erst in einigen Jahren 25 bis 35 Mrd. EUR Kosten für die Dieselaffäre stehen.

Der Zulieferer Bosch, der in den USA wegen Mitwirkung am Abgasbetrug angeklagt ist, erzielte ebenfalls eine Grundsatzeinigung mit den Klägern. Details nannte Breyer nicht. Diese sollen bis Ende Januar ausgearbeitet werden. Medien hatten berichtet, ein Vergleich könnte Bosch mehr als 300 Mio. Dollar kosten.

Auch in Deutschland und Europa lief nicht alles glatt bei der Abarbeitung des Diesel-Rückrufs von VW. Dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan hinkt der Konzern deutlich hinterher. Jetzt soll es aber zügig vorangehen. Die Wolfsburger haben alle Genehmigungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für die Umrüstung von Motoren im Dieselskandal zusammen. dpa

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22.12.2016, 06:00 Uhr

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