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Vampire sollen es richten
Am 26. Januar kehrt „Tanz der Vampire“ nach Stuttgart zurück. Der schwedische Musical-Darsteller Mathias Edenborn übernimmt die Hauptrolle des Grafen von Krolock. Foto: Stage Entertaiment
Musical

Vampire sollen es richten

Ein beliebter Klassiker soll den Kartenverkauf im SI-Centrum wieder ankurbeln. Ist der Standort Stuttgart in der Krise?

11.01.2017
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Blutsauger gehen in Stuttgart offenbar immer: Am 26. Januar kehrt das Musical „Tanz der Vampire“ nach Stuttgart zurück. Es wird bereits zum dritten Mal im SI-Centrum gespielt. Das Stück löst das Boxerdrama „Rocky“ ab. Gerade mal knapp 14 Monate flogen die Fäuste, an diesem Donnerstag ist die letzte Vorstellung. Von dem Musical, das auf dem gleichnamigen Film von und mit Sylvester Stallone beruht, hatte man sich eigentlich klingende Kassen erhofft, nachdem „Chicago“ nicht eingeschlagen hatte. Das minimalistische Tanzstück war ebenfalls nur ein Jahr gelaufen. Jetzt soll „Tanz der Vampire“, das zu den erfolgreichsten Produktionen aller Zeiten in Stuttgart gehört, wohl wettmachen, was den Vorgänger-Stücken nicht mehr gelang.

Immer wieder auf Prüfstand

Die immer häufigeren Wechsel lassen Krisen-Stimmung am Standort Möhringen vermuten. Doch davon will Jürgen Langerfeld, Stuttgarter Sprecher des Musical-Spezialisten Stage Entertainment, nichts wissen. „Das entspricht nicht den Tatsachen.“ Das SI-Centrum sei nach Hamburg nach wie vor der zweitwichtigste Standort. Dass man zwei Häuser, das Apollo- und das Palladium-Theater, habe, sei dabei ein Vorteil. So könnten schwächelnde durch stärkere Produktionen wie zuletzt „Tarzan“ aufgefangen werden, so dass man schwarze Zahlen schreibe.

Eine Garantie, dass der Standort langfristig erhalten bleibt, gibt es deshalb allerdings nicht. „Eine Zusage für die kommenden zehn Jahre kann man einfach nicht machen“, so Langerfeld. Das sei im schnelllebigen Live-Entertainment-Geschäft grundsätzlich nicht möglich. Und natürlich kämen alle Stage-Entertainment-Standorte – zwölf Theater in vier Städten betreibt das Unternehmen – immer mal wieder auf den Prüfstand. Zumal es mit dem Luxemburger Unternehmen CVD Capital Partners, der 60 Prozent der Anteile der Hamburger Muttergesellschaft übernommen hat, einen neuen Investor gibt. Stuttgart steht laut Langerfeld aber alles andere als auf der Abschussliste.

Kein Tourismus-Standort

Das ändert indes nichts daran, dass es der Standort schwerer als andere hat. Das liege daran, dass die Landeshauptstadt (noch) nicht die klassische Touristenattraktion wie Berlin oder Hamburg sei, bei der für Städtereisende ein Musicalbesuch selbstverständlich dazugehöre. Langerfeld: „80 Prozent unserer Zuschauer kommen aus Stuttgart plus 100 bis 150 Kilometer.“ Das Publikum sei treu wie nirgends sonst. Falle aber ein Stück in der Fan-Community durch, spüre man das sofort im Saal. Mit häufigeren Wechseln ist daher auch künftig zu rechnen.

Während die Produktionen früher zweieinhalb bis drei Jahre Station machten, sei die Regel heute ein Jahr, so Langerfeld. Und wenn's gut läuft, dann wird verlängert. So will man auch bei „Tanz der Vampire“, Teil drei, verfahren, das zunächst nur für ein halbes Jahr eingeplant ist. Im Herbst soll dann ein neues Stück Premiere feiern. Welches – darüber wird noch spekuliert. Er könne sich aber auch vorstellen, dass die Vampire länger blieben, sagt der Sprecher. Der Kartenvorverkauf sei jedenfalls schon mal gut angelaufen.

Als bloßen Lückenfüller will Langerfeld den Klassiker also auf keinen Fall sehen. „Die Vampire gehören zu Stuttgart wie Daimler oder Porsche“, betont er. Das lässt sich auch an der Diskussion ablesen, die Hardcore-Fans in den vergangenen Wochen mit Blick auf die Titelrolle des Grafen von Krolock führten, die nun von dem Schweden Mathias Edenborn übernommen wird (siehe auch Infobox).

Ob es auch das Disney-Musical „Mary Poppins“, das seit Oktober im Apollo-Theater läuft, zum Klassiker bringt, bleibt abzuwarten. Im November und Dezember schwächelten die Besucherzahlen offenbar, wie Langerfeld durchblicken lässt. Für die kommenden Monate sei er jedoch optimistisch. Viele hätten Karten zu Weihnachten verschenkt, die nun nach und nach eingelöst würden.

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11.01.2017, 06:00 Uhr

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