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Gala des schnell Genesenen

Vaughn Duggins führt die Tigers zum ersten Saisonsieg

Vaughn Duggins sei Dank: Ausgerechnet der Rekonvaleszent, der sich vor zwei Wochen in Bayreuth das Außenband am Knöchel gerissen hatte, war am Samstag vor 2500 Zuschauern mit 28 Punkten gegen Gießen der Matchwinner. Die Tübinger Walter Tigers gewannen 88:80 (47:36), hatten es aber mehrfach versäumt, die 46ers vorentscheidend zu distanzieren.

22.10.2012
  • Bernhard Schmidt

Tübingen. Die Erleichterung nach dem Sieg über die Gießen 46ers war allgegenwärtig: Die Tigers-Spieler nahmen nach der Partie ergriffen und dankbar die Huldigungen der Fans entgegen, im Kabinengang gaben Spieler und Tigers-Verantwortliche die ersten Statements ab – befreit zwar, aber noch mit bleichem Gesicht, sichtlich gestresst vom höchst wechselhaften Spielverlauf. „Hauptsache gewonnen“, war der erste Kommentar von Tigers-Manager Robert Wintermantel.

Mehrfach hatten die Tübinger die Gelegenheit, das, was Sportler gerne das Momentum nennen, für sich zu nutzen. Denn mehrfach schien es so, als könnten sie dem Dino der Liga schon früh die Zähne ziehen. Schon zum Ende des ersten Viertels, als der überragende Duggins mit einem Schnellangriff einem 9:0-Lauf zur 22:12-Führung die Krone aufsetzte, schien des Gegners Moral angeknackst. Die Tigers hätten allerdings zur ersten Viertelpause noch klarer wie 22:16 führen können, hätte der anfangs indisponierte Spielmacher Josh Young Gießens Topscorer Jimmy Baxter nicht einen Einwurf direkt in die Arme geworfen, den selbigen danach auch noch unnötigerweise gefoult.

Der Druck, nach den drei Auftaktniederlagen gegen den Tabellennachbarn unbedingt gewinnen zu müssen, lastete offensichtlich schwer auf den Tigers-Akteuren: Reggie Redding haderte allzu oft mit den Schiedsrichter-Entscheidungen, der für Young ins Spiel gekommene Douglas Davis, gefoult beim Distanzwurf, versenkte nur einen von drei Freiwürfen und schenkte später den Ball her. Beim 20:22 waren die Gießener wieder im Geschäft.

Die zweite Chance, die schlecht treffenden 46ers zu distanzieren, kam mit der Einwechslung von Julian Albus, der Duggins nach einem 16-minütigen Dauereinsatz erlöste. Albus‘ dreiminütiger Auftritt, sein Ballgewinn gegen Ryan Brooks und sein Dreier zum 41:30, brachte die Zuschauer wieder lautstark zurück ins Spiel. Doch der kurze Höhenflug verleitete die Tübinger zum Übermut. Symptomatisch dafür der missglückte Alley-Hoop-Versuch von Redding auf Nash. Und so waren auch zur Halbzeitpause die Gießener immer noch nicht entscheidend im Hintertreffen (47:36).

Das schien dann endlich nach der Pause zu klappen. Kenny Frease brachte seine Tigers mit vier Punkten in Folge mit 14 Punkten in Front. Doch wieder Fehlanzeige: Ryan Brooks und der vollends heiß gelaufene Jimmy Baxter hielten ihre 46ers im Spiel, Den Tigers drohte bei einer knappen 67:62-Führung ein ganz enges letztes Viertel.

Kollektiv-Basketball war auch im finalen Abschnitt kaum zu sehen, dafür glänzten beiderseits die Individualisten mit spektakulären Aktionen. Ballermann Baxter versenkte trotz enger Deckung einen Ball nach dem anderen. Wiedergutmachung zuletzt: Ausgerechnet die in ihrer Leistung schwankenden Redding und Young sorgten mit ihren umjubelten Distanztreffern zum 80:71, beziehungsweise zum 83:73 für die Entscheidung.

Doch wie wäre das Spiel wohl ohne Duggins ausgegangen? „Wir konnten ihn nie richtig kontrollieren“, bilanzierte Gießens Trainer Mathias Fischer in der Pressekonferenz. „Es ist ein Ausdruck von Charakterstärke, wie Vaughn nach nur zwei Trainingseinheiten heute aufgespielt hat“, lobte Wintermantel den bissigsten Tiger auf dem Feld, attestierte aber auch Center Kenny Frease eine starke Partie: „Es war für Kenny ganz wichtig, mal ein Spiel zu haben, bei dem er so viele Bälle bekommt.“

Frease war mit der eigenen Leistung zwar zufrieden, reichte die Blumen aber umgehend weiter: „Ich verstehe mich mit den Mitspielern immer besser. Sie helfen mir, meinen Rhythmus zu finden. Mit solchen Jungs zusammenzuspielen macht richtig Spaß.“

Vaughn Duggins führt die Tigers zum ersten Saisonsieg
Gegen Center-Routinier Elvir Ovcina sah Kenny Frease meist gut aus: Mit schnellen Bewegungen ließ er den Gießener immer wieder ins Leere laufen.Bild: Ulmer

Igor Perovic: Kompliment ans Team, die Spieler standen schwer unter Druck. Wir wussten, dass es gegen Gießen schwer werden würde. Der Gegner hat es uns nicht leicht gemacht, ist immer wieder rangekommen. Gegen eine Mannschaft mit großen Namen hätten wir uns vielleicht leichter getan. Wir haben auch gesehen, wie wichtig Duggings für uns ist. Größte Anerkennung für seine Leistung. Er bringt die meisten Qualitäten aufs Feld: Er ist ein guter Verteidiger und ein starker Schütze, außerdem kann er die Mannschaft mitreißen.
46ers-Coach Mathias Fischer: Wir haben uns selbst disqualifiziert an der Freiwurflinie. Mit 45 Prozent kannst du kein Bundesliga-Spiel gewonnen.

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22.10.2012, 12:00 Uhr

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