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Mannheim/Heilbronn

Südzucker und Rübenbauern unter Druck

Die Zuckerproduktion in Deutschland macht derzeit niemandem Spaß: Der Hersteller Südzucker kämpft mit sinkenden Zuckerpreisen, die Rohstofflieferanten klagen über eine miese Ernte.

14.01.2020

Von dpa/lsw

Zuckerrüben rutschen in einer Raffinerie vom LKW. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Mannheim/Heilbronn. Trotz eines Lichtblicks im dritten Quartal bleibt die Lage beim weltgrößten Zuckerproduzenten Südzucker schwierig. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 rutschte das SDax-Unternehmen in die roten Zahlen, wie der Konzern am Dienstag in Mannheim mitteilte. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 35 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im Vorjahr noch 36 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen hatte. Der Konzern sprach von einem „schwierigen Zuckermarktumfeld“.

Auch die Rübenanbauer im Südwesten sorgen sich um ihre Zukunft. Wegen einer von einem Insekt übertragenen Krankheit konnten die Pflanzen vergleichsweise wenig Zucker einlagern. Dies führte zu geringem Zuckergehalt der Feldfrucht. Die Ernte sei enttäuschend gewesen, wie der Verband Baden-Württembergischer Zuckerrübenanbauer mitteilte.

Südzucker kämpft seit dem Ende der EU-Zuckermarktverordnung mit dem Preisverfall am Markt. Im dritten Quartal schwächte sich der Umsatzrückgang im Zuckergeschäft dank einer Preiserholung der Zuckerpreise zumindest ab. Gleichzeitig berichtete der Konzern jedoch von gestiegenen Produktionskosten durch höhere Rübenpreise. Ein Lichtblick ist der gute Lauf bei der Ethanol-Tochter Cropenergies.

In den ersten neun Monaten lag der Umsatz konzernweit mit knapp 5,03 Milliarden Euro rund 3 Prozent unter dem Vorjahr. Während der Umsatz im Segment Zucker deutlich zurückging, lag er im Segment Frucht den Angaben zufolge auf Vorjahresniveau und stieg im Geschäft Spezialitäten und Cropenergies. Das operative Ergebnis ging um zweieinhalb Prozent auf 113 Millionen Euro zurück.

Indes klagen die Bauern über die Schilf-Glasflügel-Zikade, die für den geringen Zuckergehalt der Rübe von nur 16,03 Prozent verantwortlich ist. Üblich seien 18 Prozent, sagte Verbands-Geschäftsführer Julian Müller der Deutschen Presse-Agentur in Heilbronn. Das aus südlicheren Gefilden stammende Insekt breite sich wegen der warmen Temperaturen auch in Deutschland aus. Hinzu komme ein Pilz namens Cercospora, der die Feldfrüchte zusätzlich schwäche. Müller sagte: „Die Schäden durch die beiden Krankheiten potenzieren sich.“

Der Ernteertrag pro Hektar lag bei 81,3 Tonnen. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als dieser Wert infolge von Trockenheit bei nur 62,1 Tonnen lag. Im Südwesten gibt es rund 2300 Rübenanbauer.

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Erstellt:
14. Januar 2020, 11:19 Uhr
Aktualisiert:
14. Januar 2020, 10:50 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2020, 10:50 Uhr

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