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Schule

Verband fordert Debatte um G8 und G9

Petitionsausschuss-Begehren: Gymnasiallehrer für Wahlfreiheit für Eltern und Schüler

11.10.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Stuttgart. Der Petitionsausschuss des Landtags muss sich mit der Forderung befassen, in Baden-Württemberg die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 an den Gymnasien zuzulassen. Von ihm erhofft sich der Philologenverband, der 8700 Lehrer an den 446 öffentlichen und privaten Gymnasien vertritt, „inständig eine wohlwollende“ Befassung mit dem Begehren.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte die 14 607 Unterschriften, die zwischen April und Juli 2016 online gesammelt worden waren, im August zurückgewiesen. Dabei hatte sie auf den Koalitionsvertrag verwiesen, wonach es bei den 44 G9-Standorten bleiben soll. Die Landesregierung wolle keine neue Unruhe in die Gymnasien tragen, sondern sie besser machen.

„Wir wollen ein Mehrwert-Gymnasium und kein Billig-Gymnasium“, bekräftigte der Vorsitzende Bernd Saur die Verbandsposition. Wie schon bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums 2004 würden auch heute keinerlei pädagogische, sondern nur strukturpolitische Argumente für die Schulzeitverkürzung ins Feld geführt. Tatsache sei aber, dass G8 vielleicht für ein Drittel der Gymnasiasten die richtige Schule sei.

Die Mehrheit der Schüler würde dagegen von den Vertiefungsmöglichkeiten, die G9 biete, „enorm profitieren“. Das gelte ebenso für die Studierfähigkeit wie die persönliche Reife. Saur verwies dabei auf die besonderen Probleme, die vor allem Jungen haben. Baden-Württemberg dürfe den bundesweiten Trend hin zu G9 nicht länger ignorieren.

Der Kölner Erziehungswissenschaftler Matthias Burchardt sagte: „Die allgemeine Reife braucht Zeit, Bildung verläuft nicht linear.“ Dass alle fünf ostdeutschen Länder G8 haben, sei kein Argument dafür. Vielmehr sei den alten Bundesländern G8 „aufgepfropft“ worden, was sich als „kultureller Fremdkörper“ erwiesen habe, wie er weiter sagte.

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11.10.2016, 06:00 Uhr

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