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Bei Anruf Abzocke

Verbraucherschützer und Polizei raten: am besten auflegen

Ein angeblicher „Lotto-Block“ geht derzeit telefonisch mit dubiosen Sonderangeboten auf Opferfang. Das Ziel: die Kontodaten der Gesprächspartner.

20.12.2012
  • Jonas Bleeser

Tübingen. Ein nettes Gespräch sei es gewesen, berichtete ein TAGBLATT-Leser, der ungenannt bleiben möchte. Ein ausgesprochen freundlicher Anrufer, angeblich für „den Lotto-Block“ tätig, eröffnete ihm, gerade er sei einer von nur 500 Glücklichen: Bald dürfe der Tübinger zu besonders günstigen Konditionen Lotto spielen. Die Unterlagen würden ihm demnächst zugestellt. Dann kam der Anrufer zu seinem eigentlichen Anliegen: Nun bräuchte er nur noch die Kontodaten, dann sei bald alles geritzt. An diesem Punkt beendete der angerufene Tübinger das Gespräch.

Die „Lottoblock“-Masche ist der Tübinger Polizei noch unbekannt, die vermutliche Absicht dahinter nicht: „Es geht immer ums Gleiche: Die wollen nur die Kontodaten“, sagt Polizeisprecher Ewald Raidt.

Bei der Verbraucherzentrale Stuttgart sind solche Fälle ein Dauerthema: „Das ist unerlaubte Telefonwerbung“, erläutert Sprecher Niklaas Haskamp. Das Problem: „Wenn der Angerufene zweimal ‚Ja‘ im Gespräch sagt, wird das als mündlicher Vertrag gewertet – und er bekommt eine Rechnung.“ Das kommt massenhaft vor: Vorgestern veröffentlichten die Verbraucherschutzzentralen der Länder eine Umfrage, an der über 8000 Betroffene teilgenommen haben. Die Abzocker geben sich häufig als Mitarbeiter von Behörden aus – oder behaupten frech, selbst Verbraucherschützer zu sein. „Da wird sogar unsere Nummer angezeigt“, sagt Haskamp.

Die echten Verbraucherschützer fordern deshalb eine schnelle Gesetzesänderung: Bei unerlaubten Anrufen sollten Verträge in Zukunft nur nach schriftlicher Bestätigung gültig werden.

Sowohl die Polizei als auch die Verbraucherzentrale raten dazu, sich nicht auf Gespräche einzulassen und einfach aufzulegen. Auch ein am Telefon abgeschlossener, rein mündlicher Vertrag ist grundsätzlich gültig. Etwaige Rechnungen sollte man aber keinesfalls bezahlen, sondern sich auf das immer geltende 14-tägige schriftliche Rücktrittsrecht berufen. Bei eventuellen Klagen gegen die Abzock-Firmen hilft die Verbraucherzentrale weiter. Mehr dazu im Internet unter www.vz-bawue.de.

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20.12.2012, 12:00 Uhr

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