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Klinkerfassade wurde angemalt

Verfahren für verbesserten Witterungsschutz

Plötzlich sieht der Diözesan-Neubau ganz anders aus. Die Klinkerfassade wurde geschlämmt. Die Architekten begründen dies mit dem Schutz des Mauerwerks und einer einheitlichen Ästhetik.

11.07.2012
  • Gert Fleischer

Rottenburg. Das Wort vom „Klinker-Vatikan“ machte in der Stadt schon die Runde, weil manchen Beobachtern des diözesanen Verwaltungsneubaus die rotbraune Fassade zu wuchtig erschien. Doch plötzlich waren die Steine viel heller, einige hatten schwarze Striche drauf, fast als wären es Ruß-Reste. Die Schwärzungen sind inzwischen weitgehend zurückgenommen, es blieb ein beigefarbenes Mauerwerk. Kann es sein, dass der Bauherr, das Bischöfliche Ordinariat (BO), die Klinker einfach übermalen ließ? Klinker, die als Inbegriff für robuste und wartungsarme Fassaden gelten? War anfangs nicht sogar eine Probefassade gemauert worden, um die richtige Wahl zu treffen? Antworten sind schwer zu bekommen.

Das BO verwies uns an das Architekturbüro Lederer+Ragnarsdóttir+Oei in Stuttgart. Prof. Lederer war nicht zu erreichen, der Mann pendelt zwischen Baustellen, Hochschule und Büro. Lederer ist Spezialist für Maueroberflächen. Die Oberfläche ist mit einer Schlämme überzogen, erklären Lederers Kollegen. Dieses weit in die Geschichte des Bauens zurückreichende Verfahren biete einen verbesserten Witterungsschutz.

Mit dem gebotenen Respekt auf die städtebauliche Umgebung und auf die Bestandsgebäude sei diese traditionelle Bauweise gewählt worden. Geschlämmtes Mauerwerk habe „den ästhetischen Vorteil, dass es in Bezug auf die verputzten Fassaden vermittelnd wirkt und sich als Teil eines Ensembles harmonisch in das vorhandene Stadtbild einfügt“. Das neue Haus soll „nicht als isolierter Solitär, sondern als Teil der Stadt wahrgenommen werden“, schreibt uns das Büro.

Der Neubau soll „über seine Materialität und seine Form mit dem vorhandenen Stadtgefüge verschmelzen und eine optische Einheit bilden“. Das Neue soll somit sofort vertraut wirken. Das Schlämm-Verfahren habe Lederer von Anfang an ins Kalkül gezogen, aber die Ausgestaltung müsse sich während des Baufortschritts entwickeln. Geschlämmte Fassaden hätten Lederer+Ragnarsdóttir+Oei beispielsweise beim Bildungszentrum Aschersleben gemacht oder beim Rathaus Brackenheim.

Verfahren für verbesserten Witterungsschutz
Die ziemlich bunt und wuchtig wirkende Klinkerfassade des Neubaus für die Diözesan-Verwaltung wurde einfach überstrichen.

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11.07.2012, 12:00 Uhr

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