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Verkehrsschau für das Nadelöhr
Vor allem nach Feierabend bildet sich auf der B 27 zwischen Dußlingen und Ofterdingen Stau. Bild: Franke
B27

Verkehrsschau für das Nadelöhr

Nach dem schweren Unfall bei Nehren kündigt der Landrat die Prüfung der Situation an.

29.12.2016
  • Moritz Siebert

Mitte Dezember übersah ein 53-jähriger Mann aus Oberbayern das Stau-Ende an der Fahrbahnverengung zwischen Dußlingen und Ofterdingen und raste in das Auto vor ihm. Einer der beiden Insassen dieses Wagens erlag mittlerweile seinen schweren Verletzungen. Es war nicht der erste Unfall dort in diesem Jahr.

In einem offenen Brief hatte die Kreistagsfraktion der SPD nach dem Unfall die zuständigen Behörden aufgefordert, den angeblichen Unfallschwerpunkt beim Nehrener Umspannwerk zu entschärfen.

Hinweise auf die Staugefahr müssten etwa wesentlich verstärkt werden, hieß es im Schreiben. „Eine Geschwindigkeitsreduktion auf Tempo 80 und das Vorverlegen des Überholverbots könnten zusätzlich helfen.“

Die Polizei führt Statistik über Unfälle. Bei der B27-Engstelle auf Höhe des Nehrener Umspannwerks handle es sich um keinen Unfallschwerpunkt, teilte ein Sprecher nach dem Unfall mit (wir berichteten). Auf Unfallhäufungen macht die Polizei die entsprechenden Behörden ebenfalls aufmerksam. Die Kreisverwaltung prüft bei jedem Unfall, der bekannt ist, ob dieser hätte verhindert werden können, etwa durch bauliche oder rechtliche Änderungen in der Verkehrsführung.

In einem Antwortbrief an die SPD-Fraktion teilte Landrat Walter nun mit, dass die Verengung der B27 an dieser Stelle „regelkonform beschildert“ sei, und zwar mit Hinweistafeln, Geschwindigkeitstrichter und Überholverbot. „Die schweren Unfälle geschahen im Abstand von bis zu 270 Metern vor der Engestelle“, so Walter weiter: „Die Unfallverursacher hatten also die ersten Hinweise und Geschwindigkeitsbegrenzungen bereits passiert, sodass die Aufmerksamkeit der Fahrer offensichtlich durch eine Ablenkung beeinträchtigt gewesen sein muss.“

Solche Hinweise würden Autofahrer nicht wahrnehmen, wenn sie abgelenkt sind, etwa wenn sie sich während des Fahrens mit ihrem Handy beschäftigen. „Gerade beim Thema Handy am Steuer sind deshalb Hinweisschilder oder Geschwindigkeitsbeschränkungen kaum zielführend.“ Diese Art der Ablenkung stelle generell das größte Unfallpotenzial, schreibt Walter. Laut einer Studie nutze jeder sechste das Handy während der Fahrt. Ein blinkendes Gefahrenzeichen sehe die zuständige Verkehrsbehörde deswegen als kein sicheres Mittel. Das Landratsamt wolle aber zu Beginn des Jahres in Absprache mit den beteiligten Behörden eine Verkehrsschau machen, um eine Lösung zu finden, kündigt Walter an. Gemeinsam mit der Polizei werde man prüfen, ob beispielsweise verstärkt Geschwindigkeitsmessungen sinnvoll wären, um die Autofahrer „für die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit nachdrücklich zu sensibilisieren“.

Hintergrund: Die B27 wird etwa einen halben Kilometer nach dem Dußlinger Tunnel einspurig. Besonders im Feierabendverkehr bildet sich dort oft Stau. Im Tunnel gilt Tempo 80, danach Tempo 100. Ihre Geschwindigkeit müssen Verkehrsteilnehmer erst wieder reduzieren, wenn die Fahrbahn einspurig ist.

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29.12.2016, 01:00 Uhr

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