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Flexibilität

Vermieten statt verkaufen

Otto und Media Markt testen ein neues Geschäftsmodell: Kunden können zum Beispiel Elektronik und Haushaltsgeräte auch auf Zeit besitzen.

26.01.2017

Von DPA

Händler gehen auf die Mobilität ihrer Kunden ein. Foto: Bildquelle

Düsseldorf. Die Waschmaschine für 9,99 EUR im Monat, der Flachbildfernseher für 11,96 EUR: Große deutsche Einzelhändler testen zurzeit ein neues Geschäftsmodell. Sie bieten Elektronikartikel und Haushaltsgeräte nicht nur zum Verkauf an – sie vermieten sie auch. Vorreiter sind dabei der Versandhändler Otto und die Elektronikkette Media Markt.

Für den Handelsexperten Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sind die Handelsriesen damit auf dem richtigen Weg: „Es gibt gerade bei jungen Leuten einen Trend weg vom Kaufen hin zum Mieten, zur sogenannten Sharing-Economy. Bisher wurde das vor allem mit Bezug auf Autos diskutiert, aber die Möglichkeiten in diesem Bereich sind viel größer, wie sich hier zeigt“, meint er.

Doch noch ist es ein Versuchsballon. „Die Idee, Produkte lediglich auf Zeit zu besitzen, hat in Deutschland ein neues Level erreicht. Es ist jetzt der richtige Moment, die Bereitschaft der Konsumenten für Mietangebote zu testen“, betont Marc Opelt, Otto-Bereichsvorstand Vertrieb. Zielgruppe der auf der Internetseite Ottonow.de präsentierten Mietofferten sind nach Firmenangaben etwa Studenten, junge Familien mit Kindern, deren Ansprüche sich häufig ändern oder Technikfreaks, die immer das neueste Gerät haben wollen.

Otto hat seinen Mietservice Mitte Dezember gestartet. Schon im Januar folgte Media Markt mit dem Angebot „Miet mich!“, bei dem die Kunden im Internet zunächst aus rund 500 Produkten vom Smartphone über Drohnen bis zum Roboter-Staubsauger auswählen können. Denn auch für Media-Saturn-Manager Lennart Wehrmeier steht fest: „Die Einkaufsgewohnheiten verändern sich. Konsumenten wollen mehr Flexibilität.“

Media Markt arbeitet bei seinem Angebot mit dem Berliner Start-up Grover zusammen, das schon seit gut zwei Jahren Mietgeräte anbietet. Gründer Michael Cassau sieht in dem Mietmodell eine große Chance für den Einzelhandel. „Damit werden neue Zielgruppen erschlossen, Konsumentscheidungen beschleunigt und dadurch der Absatz gefördert.“ Allerdings muss der Konsument auch zu Kompromissen bereit sein. So ist die Auswahl der Geräte bislang noch sehr überschaubar.

Der Handelsexperte Heinemann ist überzeugt, dass schon bald weitere Mietangebote auf den Markt kommen. „Es werden sicher noch mehr Händler auf den Zug aufspringen“, meint er. In Frage komme alles, was groß und teuer sei. Für den Branchenkenner steht fest: „Solche Angebote passen einfach in die Zeit. Sie machen die Kunden flexibler und unterstützen den Trend zur Mobilität. Damit passen sie in das Lebensgefühl der jungen Generation, die nicht mehr so viel Wert auf Besitz legt.“ dpa

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Erstellt:
26. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2017, 06:00 Uhr

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