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Verneigung vor einem Unbeirrbaren
Hans-Dietrich Genscher: Überzeugter Patriot und Architekt eines neuen Europa. Foto: dpa
Berlin

Verneigung vor einem Unbeirrbaren

Eine Zeitreise mit ergreifenden Momenten: In einem Staatsakt würdigen hochrangige Gäste den langjährigen Außenminister Hans-Dietrich Genscher.

18.04.2016
  • YURIKO WAHL-IMMEL

Ein Land verneigt sich. Vor Hans-Dietrich Genscher, dem langjährigen Außenminister, in tiefem Respekt. Alle Spitzen des Staates, hochrangige Vertreter der EU und aus dem Ausland sind am Wochenende zum Staatsakt nach Bonn gekommen - eine sehr seltene und große Ehre. Genscher war am 31. März im Alter von 89 Jahren gestorben.

Im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags, dem heutigen World Conference Centre (WCC), ist der Sarg des Verstorbenen vor dem Rednerpult aufgebahrt - bedeckt mit der Bundesdienstflagge und umrahmt von einem Kranz der Ehefrau Barbara und einem Blumengesteck von Tochter Martina. Bundespräsident Joachim Gauck würdigt ihn als "deutschen Patrioten", der sich in "hervorragender Weise" um Volk und Staat verdient gemacht habe. "Hans-Dietrich Genscher: Das ist die Geschichte einer außergewöhnlichen politischen Begabung", sagt Gauck vor rund 900 geladenen Gästen. Der langjährige Außenminister und Vizekanzler sei "überzeugter und leidenschaftlicher Entspannungspolitiker" und "Architekt eines neuen, kooperativen Europas" gewesen. Seine 18 Jahre als Außenminister seien von "unbeirrbarer Prinzipien-Festigkeit" gekennzeichnet gewesen.

Der Staatsakt am Rhein am Sonntag war auch eine Zeitreise. Denn neben vielen aktiven Politikern - Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundestagspräsident Norbert Lammert und Europaparlamentspräsident Martin Schulz (SPD) - kamen auch alte Weggefährten. Frankreichs Ex-Außenminister Roland Dumas (93), der ehemalige US-Außenminister James Baker (85), der frühere FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum oder auch die einstigen Bundespräsidenten Roman Herzog und Horst Köhler erwiesen Genscher die letze Ehre. Bewegende, auch persönliche Worte findet Klaus Kinkel als Genschers Nachfolger im Auswärtigen Amt. Der FDP-Politiker sei ihm Mentor, Ziehvater und viele Jahrzehnte enger Freund gewesen. Bis zuletzt, im Rollstuhl, habe er "flammende Vorträge zu seinem Europa" gehalten.

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18.04.2016, 06:00 Uhr

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