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Verpenntes Superevent?
Ettlingen war Ausrichter des diesjährigen Landesmusikfestivals. Im kommenden Jahr zum 20. Geburtstag ist Horb an der Reihe. Privatbild
Festival

Verpenntes Superevent?

Zur klingenden Stadt soll Horb am 2. Juli beim Landesmusikfestival werden. Die SÜDWEST PRESSE hat nachgefragt, wie die Vorbereitungen laufen.

17.12.2016
  • Dagmar Stepper

Ende 2015 sickerten die ersten Nachrichten durch: Horb wird Gastgeber des Landesmusikfestivals 2017. Noch mehr der Ehre: Da feiert die musikalische Großveranstaltung ihren 20. Geburtstag. Ende September wurde zum ersten Pressegespräch geladen. Der Präsident des baden-württembergischen Blasmusikverbands, Dr. Rudolf Köberle, beglückwünschte die Neckarstadt zu dem „großen Los“ und er sagte, „dass man den Zuschlag sehr gern erteilt hätte“. Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger versprach, das Projekt zu unterstützen: „Wir wollen, dass es ordentlich wird.“

Jetzt ist es noch ein halbes Jahr bis zum Großtermin am 2. Juli 2017. In den vergangenen Wochen war wenig von den Vorbereitungen zu hören. Daher ist es an der Zeit, einfach mal nachzufragen:

Der Verband

„Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren“, sagt Heiko Peter Meller, Pressesprecher beim Landesmusikverband, der das Festival ausrichtet. Doch das meiste laufe gerade im Hintergrund, daher bekomme die Öffentlichkeit momentan nicht so viel mit. Es gilt, das Veranstaltungskonzept zu entwickeln, Sponsoren zu gewinnen, ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten. Auch wird die Grußwortliste derzeit erstellt.

Seit einem Monat können sich Vereine zu dem Großereignis anmelden. Über die Rückmeldung kann er noch nichts Konkretes sagen, es werden aber über 1000 Musiker und Sänger in Horb erwartet. „Und diese bringen auch immer ihre Fans mit“, weiß Melle aus langjähriger Erfahrung. Er ist seit dem ersten Landesmusikfestival in Stuttgart 1997 bei jedem dabei gewesen. Horb könne sich auf jeden Fall auf das Landesmusikfestival freuen, sagt er. „Da wird an allen Ecken gesungen und musiziert. Es ist schon ein ganz besonderes Flair, wenn ein Städtle zur klingenden Stadt wird.“

Die Stadt

„Es gab schon mehrere Vorbesprechungen, im Januar ist die nächste“, informiert Stadtmarketing-Chef Martin Scherer auf Anfrage. Es sind die logistischen Probleme, mit denen sich die Stadt gerade hauptsächlich beschäftigt. Es sind 16 Veranstaltungsorte in der Stadt, darunter etliche Bühnen. Dann muss ein Parkkonzept her, um die Besuchermassen in Bahnen zu lenken. Auch beim Sicherheitskonzept ist die Stadt involviert. Beim Programm ist die Stadt eher außen vor: „Das macht der Landesblasmusikverband“, sagt Scherer. Für Horb sei das Festival auf jeden Fall ein „Highlight“, ist Scherer überzeugt: „Es ist eine landesweite Veranstaltung, zu der auch viele Besucher von außerhalb kommen.“

Der Kritiker

„Für Horber Verhältnisse ist das ein Super-Event“, äußert sich Michael Grüber sehr euphorisch über das Landesmusikfestival im Juli. Doch dazu müsse noch einiges passieren: „Es sind jetzt nur noch sechs Monate bis zum Musikfest und ich habe die Befürchtung, dass das Projekt fast schon verpennt wurde“, sagt er gegenüber der SÜDWEST PRESSE. In die Organisation ist er nicht involviert, aber als Horber Tausendsassa in Sachen Musik verfolgt er das Ganze sehr interessiert. Und er vermisst den großen Wurf. „Ich wundere mich, dass immer nur von Blasmusik die Rede ist“, sagt er. Grüber ist ein Mann des Gesangs. So würde er sich beispielsweise einen großen Kinderchor mit über 500 Mädchen und Jungen wünschen, die entweder auf dem Marktplatz oder am Neckarufer singen. Im Luziferturm könnte mittelalterliche Lautenmusik erklingen, im Antonie-Leins-Künstlerhaus Videoinstallationen musikalisch umrahmt werden. In den Horber Kneipen wäre ein Wirtshaussingen mit Sauf- und Trinkliedern aus der Renaissance und dem Barock denkbar.

Grüber sprudelt nur so vor Ideen. „Die Intention aller Bemühungen sollte es sein, die Stadt Horb an diesem Wochenende als die Kulturmetropole Baden-Württembergs darzustellen.“ Er wünscht sich Musik und Kunst an allen Plätzen. Grüber hofft, dass sich die Stadt ein wenig mehr ins Zeug legt – und auch ein wenig Geld in die Hand nimmt. „Sie sollte auf jeden Fall mehr tun, als sich ums Essen und Trinken zu kümmern und Toiletten aufzustellen“, meint er offenherzig. Denn sonst würde Horb eine einmalige Chance vergeben.

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17.12.2016, 01:00 Uhr

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