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Verprügelt und im Koma gestorben
Das Gedenken bleibt: ein Kreuz für Niklas an der Stelle, an der er geschlagen wurde. Foto: dpa
Prozess

Verprügelt und im Koma gestorben

Zwei junge Männer stehen wegen ihrer tödlichen Attacke auf den 17-jährigen Niklas in Bonn vor Gericht.

20.01.2017
  • AFP

Bonn. Sechs Tage kämpfte der 17-jährige Niklas im Krankenhaus um sein Leben. Vergebens. Er erlag den schweren Verletzungen, die er bei einer Prügelattacke am 7. Mai 2016 im Bonner Stadtteil Bad Godesberg erlitten hatte. Zwei junge Männer stehen deswegen von heute an vor dem Bonner Landgericht. Dem zur Tatzeit 20-jährigen Hauptangeklagten Walid S. wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, seinem damals 21 Jahre alten Mitangeklagten Roman W. vorsätzliche Körperverletzung.

Der aus Bad Breisig stammende Niklas war gegen 0:20 Uhr mit einigen Begleitern auf dem Weg von einem Bus zum Bad Godesberger Bahnhof, als die Gruppe auf die späteren Täter traf. Die hielten sich mit Begleitern an einem Rondell auf, an dem die Gruppe vorbeikam.

Laut der Staatsanwaltschaft hat sich zunächst ein verbaler Streit entwickelt. Dann jedoch habe Walid S. dem 17-Jährigen einen Faustschlag gegen die Schläfe versetzt. Niklas ging zu Boden. Wie sich später herausstellte, hat er vom Schlag eine Gehirnverletzung erlitten. Er fiel ins Koma und starb am 13. Mai in einer Klinik.

Mitursächlich für Niklas' Tod soll eine Vorschädigung von Blutgefäßen in seinem Gehirn gewesen sein. Deshalb lautet die Anklage gegen S. auf Körperverletzung mit Todesfolge und nicht auf Totschlag.

Als Niklas am Boden lag, soll S. gegen seinen Kopf getreten haben. Der Tritt hatte laut einem rechtsmedizinischen Gutachten allerdings keinen Einfluss auf den späteren Tod des Jugendlichen.

Der zweite Angeklagte Roman W. griff laut Staatsanwaltschaft eine Begleiterin von Niklas an und schlug ihr mit der Faust gegen den Kopf. Anschließend soll auch er versucht haben, den am Boden liegenden Niklas zu treten. Daran wurde er jedoch gehindert.

Die Beschuldigten sitzen in U-Haft. Ihnen werden weitere Gewaltdelikte vorgeworfen. S., dass er einem Mann am Bonner Hauptbahnhof eine Platzwunde am Kopf zugefügt habe, und W., dass er einen Zeugen im Fall Niklas im September zusammengeschlagen habe. Weil Walid S. 20 war, muss das Gericht klären, ob für ihn im Fall einer Verurteilung das Jugendgerichtsgesetz anzuwenden wäre. afp/dpa

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20.01.2017, 06:00 Uhr

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