Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Verrückter Hund
im Pentagon
Foto: dpa
Zur Person

Verrückter Hund im Pentagon

Er führte eine Marinedivision bei der Invasion des Irak an, hatte zuvor mit Kampfhubschraubern die US-Militärpräsenz im afghanischen Kandahar etabliert und wird von Untergebenen als „verrückter Hund“ bezeichnet. Obwohl seine rabiaten Kampfeinsätze Gegnern ebenso wie Verbündeten der USA Furcht einflößen mögen, zählt der künftige amerikanische Verteidigungsminister James Mattis zu den einflussreichsten militärischen Denkern und Strategen der vergangenen Jahrzehnte.

03.12.2016
  • PETER DE THIER

Washington. Der pensionierte General (66) diente mehr als vier Jahrzehnte im US Marine Corps, der Elite der US-Streitkräfte. Während des ersten Golfkrieges war er Bataillonskommandeur. Im Gefolge der Terroranschläge des 11. September 2001 diente sich Mattis in Afghanistan und später im Irak zum Oberkommandeur für die Transformation der Nato hoch, wo es seine Aufgabe war, die Effektivität des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses zu verbessern. 2010 ernannte US-Präsident Barack Obama den politisch unabhängigen General zum Nachfolger von David Petraeus als Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos (Centcom) mit Zuständigkeit für die gesamten Militäroperationen im Nahen Osten.

Kritiker des Atom-Deals

Wegen seines Junggesellendaseins auch als „Krieger Mönch“ bekannt, zwang der belesene General seine Truppen vor einem Kriegseinsatz, sich mit Sprache, Kultur und Gepflogenheiten in der arabischen Welt vertraut zu machen.

Mattis betrachtet zwar den „politischen Islam“ als größtes Risiko für die nationale Sicherheit der USA und bemängelt vor allem das Fehlen einer Strategie und Vision für den Umgang mit extremistischen Organisationen.

Für die größte Gefahr im Nahen Osten hält der designierte Pentagon-Chef allerdings den Iran und dessen Ambitionen, sich in den Besitz von Nuklearwaffen zu bringen. Als scharfer Kritiker der Nahostpolitik des amtierenden Präsidenten Barack Obama ist Mattis ein vehementer Gegner des Nuklearabkommens mit der Regierung in Teheran. Dass man diesen Vertrag aber problemlos aufkündigen kann, wie sein künftiger Chef Donald Trump dies propagiert, glaubt allerdings Mattis nicht und ist der festen Überzeugung, dass der Iran ungeachtet des Abkommens langfristig in den Besitz von Atomwaffen gelangen kann. Den Job als Centcom-Chef soll Mattis übrigens 2013 wegen seiner unverblümten Kritik an dem Abkommen mit Teheran verloren haben.

Peter de Thier

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

03.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball